21 January 2026, 08:03

Wasserstoffpläne der Regierung drohen zu scheitern – warum Deutschland hinterherhinkt

Eine Liniengrafik, die die Erzeugung von elektrischer Energie von 2021 bis 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datendetails bereitstellt.

Wasserstoffpläne der Regierung drohen zu scheitern – warum Deutschland hinterherhinkt

Deutschlands Vorstoß zur Ausweitung der Wasserstoffproduktion stößt auf erhebliche Hindernisse – trotz ehrgeiziger Ziele. Die überarbeitete Nationale Wasserstoffstrategie sieht vor, bis 2030 eine inländische Elektrolyseur-Kapazität von 10 Gigawatt aufzubauen. Doch der aktuelle Stand deutet darauf hin, dass das Land dieses Ziel deutlich verfehlen könnte.

Bisher beträgt die in Deutschland installierte Elektrolyseur-Leistung lediglich 181 Megawatt. Selbst wenn alle angekündigten Projekte bis 2030 fertiggestellt würden, läge die Gesamtkapazität bei nur 8,7 Gigawatt – und damit deutlich unter der angestrebten Marke. Bis Ende 2027 könnten zwar bis zu 1,5 Gigawatt in Betrieb gehen, doch Verzögerungen gefährden auch diesen Zeitplan.

Die Branche kämpft mit einem klassischen "Henne-Ei-Problem": Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen gleichzeitig wachsen, um Engpässe zu vermeiden. Viele Projektentwickler ringen um die Finanzierung – mehr als 20 Vorhaben, die für 2026 geplant sind, warten noch auf die endgültige Finanzierung oder einen festen Baubeginn. Hohe Kosten und eine geringe Zahlungsbereitschaft der Verbraucher erschweren die Expansion zusätzlich. Ohne stärkere finanzielle Unterstützung oder eine steigende Marktnachfrage könnte das Wachstumstempo weiter dahinsiechen.

Zwar wird die Elektrolyseur-Kapazität in Deutschland zunehmen, doch die aktuellen Prognosen zeigen eine Lücke bis 2030 auf. Die Kluft zwischen angekündigten Projekten und tatsächlicher Umsetzung unterstreicht die anhaltenden finanziellen und logistischen Herausforderungen. Um das 10-Gigawatt-Ziel zu erreichen, sind schnellere Fortschritte bei der Finanzierung, dem Bau und der Markteinführung nötig.