Warum Cem Özdemir auf sein Brezel-Tattoo nach der Bundestagswahl verzichtete
Moritz NeumannWarum Özdemir noch kein Brezel-Tattoo hat - Warum Cem Özdemir auf sein Brezel-Tattoo nach der Bundestagswahl verzichtete
Ein verspielter politischer Brauch aus der Bundestagswahl 2021 ist in jüngsten Diskussionen wieder aufgekommen. Grünen-Chef Cem Özdemir enthüllte, er habe einst über ein Brezel-Tattoo nachgedacht, sich letztlich aber dagegen entschieden. Die Idee entstand aus einem skurrilen Wahlkampftrend, der zum Symbol für die jugendliche Energie der Partei wurde.
Während des Wahlkampfs 2021 schlossen junge Grünen-Aktivist:innen einen Pakt: Falls ihre Kampagne erfolgreich verlaufe, würden sie sich Brezel-Tattoos stechen lassen. Der Brauch begann, nachdem ein virales Foto einer Freiwilligen mit einem Brezel-Tattoo online die Runden machte. Bald entwickelte es sich zum Meme und unterstrich das Image der Grünen als unkonventionell und dynamisch.
Sogar konkurrierende Parteien nahmen den Trend zur Kenntnis. Die FDP etwa spielte scherzhaft auf die Tattoos an, um die Unterschiede im politischen Stil zu betonen. Während viele Aktivist:innen ihr Versprechen einlösten, verzichtete Özdemir – trotz des Wahlsiegs – auf das Tattoo.
Özdemir gab später zu, mit dem Gedanken gehadert zu haben. Er erinnerte an seine frühere Kritik an Tattoos und scherzte, Politiker bereuten oft ihre eigenen Worte. Seine Entscheidung, auf das Tattoo zu verzichten, blieb damit konsequent zu seiner früheren Haltung – auch wenn die Brezel zu einem humorvollen Symbol des erfolgreichen Wahlkampfs wurde.
Der Brezel-Tattoo-Trend bleibt eine denkwürdige Fußnote der Wahl 2021. Er zeigte, wie die Grünen mit Humor und Spontanität jüngere Wähler:innen erreichten. Özdemirs Verzicht auf das Tattoo lenkte die Aufmerksamkeit jedoch auf seine Kontinuität – und weniger auf die verspielte Seite des Wahlkampfs.






