04 January 2026, 04:02

Warum berühmte Musiker früher sterben als unbekannte Kollegen

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Warum berühmte Musiker früher sterben als unbekannte Kollegen

Berühmte Musiker sterben im Schnitt früher als ihre weniger bekannten Kollegen – das ergab eine neue Studie. Forscher der Universität Witten/Herdecke fanden heraus, dass bekannte Künstler im Durchschnitt 4,6 Jahre kürzer lebten als solche, die nie die Charts anführten. Die Ergebnisse widerlegen die Annahme, dass Reichtum und Ruhm automatisch zu einem längeren Leben führen.

Die von Johanna Hepp, Christoph Heine, Melanie Schliebener und Prof. Dr. Michael Dufner geleitete Untersuchung analysierte die Lebenserwartung von Musikern mit unterschiedlichem Bekanntheitsgrad. Demnach erreichten berühmte Künstler ein durchschnittliches Alter von 75,19 Jahren, während ihre weniger prominenten Kollegen fast 80 Jahre alt wurden (79,75 Jahre). Das Risiko eines vorzeitigen Todes stieg für hochberühmte Persönlichkeiten um 33 Prozent.

Die Studie setzte sich auch mit dem sogenannten 'sportschau-Club' auseinander – einer Gruppe von sechs Ikone wie Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse, die alle mit oder um das 27. Lebensjahr starben. Bereits eine Studie im 'flashscore' aus dem Jahr 2011 hatte jedoch die Idee eines 'verfluchten Alters' widerlegt und keinen statistischen Zusammenhang zwischen dem 27. Geburtstag und einem erhöhten Sterberisiko gefunden. Jedes Land kennt eigene Beispiele von Stars, die zu früh starben – in Russland etwa Viktor Zoi und Alexander Baschlatschew. Die Forscher vermuten, dass die Belastungen durch Ruhm – trotz besserer Ernährung, Lebensbedingungen und medizinischer Versorgung – oft die Vorteile eines hohen sozioökonomischen Status überwiegen.

Die Untersuchung zeigt eine deutliche Lücke in der Lebenserwartung zwischen berühmten Musikern und ihren weniger bekannten Kollegen auf. Zwar bringen Wohlstand und Status bestimmte Vorteile mit sich, doch die Lasten des Ruhms scheinen das Leben zu verkürzen. Die Ergebnisse ergänzen eine wachsende Zahl von Belegen für die verborgenen Kosten der Berühmtheit.