28 March 2026, 14:02

Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen mit NS-Bezug bei

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtstraße mit Fußgängern, Gebäuden mit Fenstern, Pflanzen, Fahnen und Namensschildern sowie einer Straße unten.

Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen mit NS-Bezug bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen beizubehalten, die mit Persönlichkeiten mit NS-Vergangenheit in Verbindung stehen. Bei der Abstimmung am Donnerstagabend wurde ein Antrag auf Umbenennung der Wagenfeldstraße, des Agnes-Miegel-Wegs und der Heinrich-Tenhumberg-Straße abgelehnt. Eine Bürgerinitiative hatte seit 2023 auf Änderungen gedrängt, doch der Rat entschied sich für den Status quo.

Mit der Entscheidung bleibt auch eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus erhalten. Alternativvorschläge, etwa die Ersetzung durch Worte des heimischen Autors Paul Schallück, wurden von der regierenden Koalition verworfen.

Die Initiative zur Umbenennung von ursprünglich 14 Straßen war 2023 von einem lokalen Bündnis gestartet worden, das auf deren Bezüge zu Personen mit NS-Hintergrund hinwies. Nach einer Prüfung konzentrierte sich die Debatte auf drei Straßen: Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße. Ein Bürgergremium hatte deren Umbenennung empfohlen, doch die Mehrheit im Rat – bestehend aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) – blockierte den Vorstoß.

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Ein entscheidendes Argument gegen die Umbenennung waren die Kosten. Der Rat schätzte, dass der Austausch der Straßenschilder die Stadtkasse mit 5.700 Euro belasten würde. André Wenning von der FWG betonte, die Meinung der Anwohner wiege schwerer als historische Bedenken. Die Mehrheit der Bürger lehne die Änderungen ab, was letztlich den Ausschlag für die Abstimmung gab.

Kompromissvorschläge, wie der Austausch von Miegels Tafel durch ein Zitat des Warendorfer Autors Paul Schallück, fanden keine Unterstützung. Reinhold Schoppmann, der sich im Bündnis für die Entfernung der Tafel einsetzt, kritisierte das Ergebnis scharf. Die Weigerung des Rates zu handeln sei enttäuschend, angesichts der belasteten Geschichte der Straßen.

Mit dem Beschluss bleiben die drei Straßennamen unverändert und Miegels Tafel am Rathaus. Weitere Anpassungen sind nicht vorgesehen – begründet mit finanziellen und öffentlichen Meinungsargumenten der CDU-FWG-Mehrheit. Die Debatte ist damit vorerst beendet, auch wenn Kritiker ihre Unzufriedenheit mit dem Ergebnis äußern.

Quelle