16 March 2026, 04:02

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Pleite bis 2031?

Ein buntes Papier mit fetter Schrift und Bildern von verschiedenen, strahlenden Menschen, das eine Parlamentsreform mit Hoffnung und Optimismus zeigt.

Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Pleite bis 2031?

Viersen steht vor massiven finanziellen Belastungen: Prognosen zufolge droht der Stadt im Jahr 2026 ein Defizit von 39 Millionen Euro. Ohne grundlegende Änderungen könnte Viersen bis 2031 aufgrund anhaltender jährlicher Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro sogar insolvent werden. Steigende Ausgaben, insbesondere in der Jugendhilfe und bei den Kreisumlagen, bringen den Haushalt an seine Grenzen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Stadt nun aufgefordert, auf Steuererhöhungen zu verzichten und stattdessen die Zusammenarbeit mit Nachbarcommunen zu stärken.

Der Haushaltsentwurf für 2027 zeichnet ein düsteres Bild für Viersen. Bis 2029 werden weiterhin jährliche Defizite erwartet, was die Verantwortlichen zwingen könnte, Grund- oder Gewerbesteuern anzuheben, falls keine alternativen Lösungen gefunden werden. Die IHK warnt jedoch, dass eine Erhöhung der Gewerbesteuer im kommenden Jahr die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt weiter schwächen würde.

Viersen hat bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuersätze für gewerbliche Immobilien in seinem IHK-Bezirk. Trotz dieser Belastung begrüßt die Kammer den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, weist aber darauf hin, dass die Personalkosten eine wachsende Herausforderung darstellen.

Um die finanzielle Situation zu entlasten, empfiehlt die IHK zwei zentrale Maßnahmen: Zum einen sollte die Stadt mehr Gewerbeflächen ausweisen, um die Einnahmen zu steigern. Zum anderen müsse die interkommunale Zusammenarbeit gestärkt werden – als Vorbild dient das Programm "CircularCities", in dem über 20 Kommunen gemeinsam an Projekten der Kreislaufwirtschaft arbeiten. Zudem haben sich mehr als 30 übergreifende Netzwerke gebildet, um Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit zu verbessern.

Die Lage in Viersen spiegelt die übergeordneten Probleme in Nordrhein-Westfalen wider. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, doch viele Kommunen kämpfen mit ähnlichen Schwierigkeiten: Bergisch Gladbach etwa rechnet bis 2026 mit einem Defizit von 50 Millionen Euro, während Sassenberg trotz Landeshilfen unter Druck bleibt. Studien zeigen zudem, dass 19 Prozent der Gemeinden ihre Infrastruktur nicht mehr angemessen unterhalten können – der Investitionsstau beläuft sich bundesweit auf 216 Milliarden Euro.

Die Warnungen der IHK unterstreichen, wie dringend Viersen handeln muss. Durch den Verzicht auf Steuererhöhungen und eine engere Kooperation mit anderen Städten und Gemeinden könnte die finanzielle Lage stabilisiert werden. Ohne solche Schritte drohen der Stadt in den kommenden Jahren noch größere finanzielle Turbulenzen.

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