Verzögerungen und lückenhafte Durchsetzung bei der Holzofen-Phase-out in Deutschland
Admin UserVerzögerungen und lückenhafte Durchsetzung bei der Holzofen-Phase-out in Deutschland
Umsetzung von Holzofen-Ausstieg in Deutschland stockt – Bundesländer wie NRW bremsen die Durchsetzung Obwohl nicht konforme Holzöfen bereits verboten sind, stockt die Umsetzung der Bundesregierung, die bis Ende 2024 den schrittweisen Ausstieg aus alten, schadstoffreichen Holzöfen geplant hat. Das Fehlen einer rechtlichen Grundlage in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen (NRW) bremst die Umsetzung aus. Erst kürzlich kündigte NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) an, dass Schornsteinfeger ab Januar 2026 nicht konforme Öfen melden müssen. Trotz des Verbots drohen Nutzern solcher Öfen derzeit keine Konsequenzen, da es an Kontrollmechanismen mangelt. Wie das Umweltbundesamt betont, verursacht die Wohnraumheizung – insbesondere durch Holzöfen – deutlich mehr Feinstaub als der Straßenverkehr. Während in Rheinland-Pfalz die Regelungen bereits seit 2018 greifen, hinkt NRW hinterher. Kritiker warnen, dass plötzliche Meldepflichten die Kommunen überlasten und zusätzliche Ressourcen erfordern könnten. Der Kölner Aktivist Thomas Mücher kämpft für weniger Feinstaubbelastung und hält aus diesem Grund zwischen September und Mai die Fenster geschlossen – wegen der Luftverschmutzung durch Holzheizungen in der Nachbarschaft. Zwar verbot Deutschland 2022 Holzöfen, die die Grenzwerte überschreiten, doch die Umsetzung bleibt bundesweit uneinheitlich. Durch die Verzögerungen in NRW bleiben Nutzer nicht konformer Öfen vorerst ohne Sanktionen. Angesichts der hohen Feinstaubbelastung durch Wohnraumheizungen wird jedoch deutlich: Es braucht endlich eine flächendeckende und konsequente Kontrolle.