12 November 2025, 04:05

Verdi fordert Tarifvertrag für Duisburger Hafen – Löhne und Arbeitsbedingungen in der Kritik

Drei uniformierte Personen halten Fahnen in Weiß, Grün, Orange, Blau, Schwarz und Gelb, mit einem Mann dahinter, der grüne Kränze hält, eine textierte Wand oder Säulen, Gras und Gehweg unten, einen Zaun links und Bäume und ein Gebäude rechts.

Verdi fordert Tarifvertrag für Duisburger Hafen – Löhne und Arbeitsbedingungen in der Kritik

Die Gewerkschaft Verdi hat für den Duisburger Hafen und die Duisport AG einen umfassenden Tarifvertrag gefordert. Als Begründung führt sie die Unzufriedenheit der Beschäftigten mit Löhnen und Arbeitsbedingungen an. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage unter über 200 Mitarbeitenden behauptet die Gewerkschaft, die Mehrheit der Duisport-Beschäftigten hinter sich zu haben.

Die Forderungen kommen vor dem Hintergrund von Kritik seitens der Duisport-Mitarbeiter, die ihre Bezahlung und Arbeitsbedingungen im Vergleich zu denen in benachbarten öffentlichen Häfen als deutlich schlechter bewerten. Verdi wirft zudem dem Betriebsrat von Duisport vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten und sie von Verhandlungen auszuschließen.

Die Gewerkschaft stellt auch die Behauptung von Duisport infrage, "übertarifliche" Löhne ohne Tarifbindung zu zahlen. Nach Angaben von Verdi verdient ein Hafenarbeiter in der untersten Gehaltsstufe bei einer 40-Stunden-Woche bei Duisport rund 2.750 Euro brutto netto. Zum Vergleich: Kranführer in tarifgebundenen Häfen wie Hamburg oder Bremerhaven erhalten bei einer 35-Stunden-Woche etwa 5.000 Euro brutto netto zuzüglich erheblicher Zulagen. Duisport betont zwar, alle Kranführer gleich zu entlohnen – doch diese Darstellung wird von Beschäftigten bestritten.

Eigentümer von Duisport sind die Stadt Duisburg und das Land Nordrhein-Westfalen, wobei die Stadt ein Drittel und das Land zwei Drittel der Anteile hält. Verdi hat signalisiert, zu Gesprächen mit Duisport bereit zu sein, bisher aber noch keine Reaktion vom Betriebsrat erhalten.

Die Forderung nach einem flächendeckenden Tarifvertrag für den Duisburger Hafen und die Duisport AG unterstreicht die Sorgen der Belegschaft um Löhne und Arbeitsbedingungen. Während die Gewerkschaft dem Betriebsrat vorwirft, die Arbeiter nicht angemessen zu vertreten, und Beschäftigte die Lohnangaben von Duisport anzweifeln, könnte eine Lösung nur durch einen offenen Dialog aller Beteiligten erreicht werden.