Verallia schließt Essener Werk – 310 Jobs in Gefahr und eine Branche in der Krise
Charlotte SimonVerallia schließt Essener Werk – 310 Jobs in Gefahr und eine Branche in der Krise
Der Glashersteller Verallia hat Pläne bekannt gegeben, sein Werk in Essen zu schließen – damit sind 310 Arbeitsplätze bedroht. Die Entscheidung bedeutet einen weiteren Rückschlag für die Glas- und Verpackungsbranche der Region, die in den vergangenen Jahren bereits über 1.000 Stellen verloren hat. Lokale Vertreter haben den betroffenen Beschäftigten und der gesamten Gemeinschaft Unterstützung zugesichert.
Die Schließung reiht sich in eine Serie von Werksstilllegungen in der regionalen Glas- und Verpackungsindustrie ein. Zwischen 2021 und 2025 gingen rund 1.200 Arbeitsplätze verloren, darunter 800 bei Ardagh Glass in Oberhausen im Jahr 2023 und 400 in der Verpackungsfabrik von Gerresheimer 2024. Verallias Beschluss verschärft den anhaltenden Niedergang des Sektors.
Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen bezeichnete die Nachricht als "harten Schlag für die industrielle Basis der Stadt". Er betonte die Bedeutung des Standorts für die Essener Wirtschaft und bedauerte die Folgen für die Belegschaft. Die Stadt werde nun eng mit Verallia, dem Betriebsrat und der EWG (Essen Wirtschaftsförderungsgesellschaft) zusammenarbeiten, um Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen sowohl die betroffenen Mitarbeiter als auch die Zukunft des Geländes. Ziel ist es, mögliche Nachnutzungskonzepte zu entwickeln und gleichzeitig den Beschäftigten während des Übergangs Beratung anzubieten. Ein genauer Zeitplan für die Schließung steht bisher noch nicht fest.
Mit der Stilllegung steigt die Gesamtzahl der verlorenen Arbeitsplätze in der regionalen Glas- und Verpackungsbranche seit 2021 auf etwa 1.500. Die Essener Verwaltung und die EWG werden mit Verallia zusammenarbeiten, um Umschulungsprogramme, Vermittlungshilfen und Pläne zur Nachnutzung des Standorts zu erarbeiten. Nähere Details zu den Unterstützungsmaßnahmen sollen in den kommenden Wochen folgen.






