Tigerparks in Thailand: Profit oder Tierschutz – ein grausames Dilemma
Felix SchneiderTigerparks in Thailand: Profit oder Tierschutz – ein grausames Dilemma
Ein tiefer, dröhnender Brüllhall durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya, wo Reihen von Gehegen die Raubkatzen auf engstem Raum halten. Diese Einrichtungen, bei Touristen beliebt, stehen seit Langem in der scharfen Kritik von Tierschutzorganisationen wie PETA Asien. Die Sorge um das Wohl der gefangenen Tiger wächst – und mit ihr die Frage nach den verborgenen Risiken, denen die Tiere hinter den Kulissen ausgesetzt sind.
Im Park selbst döst die einjährige Tigerin Nivea auf einer hölzernen Plattform, scheinbar entspannt. Eine chinesische Familie beobachtet, wie ein Pfleger Besucher auffordert, der Raubkatze über den Rücken zu streichen – für das perfekte Foto. Der Vater gibt später zu, sich bei der Erfahrung unwohl gefühlt zu haben, während seine Kinder begeistert wirken.
Doch hinter den Fassaden sieht die Realität weit düsterer aus. Die Tiger in solchen Parks werden oft von Geburt an mit brutalen Methoden dressiert, um sie gefügig zu machen – stets mit dem Ziel, die Sicherheit der Touristen über das Wohl der Tiere zu stellen. Viele verbringen ihr Leben in winzigen Gehegen, ständig dem Trubel der Besucher ausgesetzt. Die Folgen können tödlich sein: In zwei Einrichtungen im Norden Thailands starben 72 Tiger an Staupe und bakteriellen Infektionen – Krankheiten, die sich in beenigten Verhältnissen rasant ausbreiten.
Das Schicksal der Tiger in Gefangenschaft bleibt ein wachsendes Problem. Es gibt Vermutungen, dass verschwundene Tiere in den illegalen Handel gelangen, angetrieben von der Nachfrage nach Tigerprodukten. Gleichzeitig gibt es bei den wildlebenden Tigern Thailands vorsichtige Fortschritte: Rund 200 der Raubkatzen leben mittlerweile in geschützten Reservaten. Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und Gemeinschaftsprogramme haben zu dieser langsamen Erholung beigetragen, wie das Department of National Parks berichtet.
Kritiker werfen den Parkbetreibern vor, Profit über das Wohl der Tiger zu stellen – oft auf Kosten ihrer Gesundheit und Sicherheit. Während die wilden Populationen sich langsam erholen, wird der Kontrast zwischen dem Leid in Gefangenschaft und den Erfolgen des Artenschutzes immer deutlicher. Die Zukunft der Tiger Thailands – sowohl in Freiheit als auch in den Parks – bleibt ungewiss. Sie hängt ab von strengeren Kontrollen, einem gestiegenen öffentlichen Bewusstsein und höheren Tierschutzstandards.






