Tanz als Protest: Eine Milliarde Frauen erhebt sich gegen Gewalt weltweit
Moritz NeumannTanz-Aktionen in Städten - Zeichen gegen Gewalt an Frauen - Tanz als Protest: Eine Milliarde Frauen erhebt sich gegen Gewalt weltweit
Milliarden Frauen weltweit erleben irgendwann in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Um dagegen vorzugehen, bringt die Kampagne One Billion Rising Menschen erneut mit Tanzprotesten in Städten auf der ganzen Welt zusammen.
Die Bewegung entstand 2012, gegründet von der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler. Ihr Ziel ist es, durch öffentliche Tanzdemonstrationen auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr finden allein in Nordrhein-Westfalen in rund 30 Städten und Gemeinden Veranstaltungen statt – der Protest in Siegburg steht unter dem Motto "Nein heißt Nein! Auch im Karneval!"
In Duisburg und Detmold werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer tanzen, um globale weibliche Solidarität zu symbolisieren. Die Kampagne ist deutlich gewachsen: 2026 beteiligen sich über 1.000 Städte weltweit, darunter auch Metropolen außerhalb Europas wie New York, Mexiko-Stadt, São Paulo, Mumbai und Johannesburg.
Obwohl soziale Medien den Aktivismus durch globale Vernetzung verändert haben, betonen die Organisatorinnen und Organisatoren die Bedeutung von physischer Solidarität. In diesem Jahr ruft die Kampagne zudem dazu auf, Tanzvideos zum Lied "Women on Fire" einzureichen, die zu einer gemeinsamen globalen Videocollage zusammengeschnitten werden sollen.
Die One Billion Rising-Proteste erweitern sich weiterhin und vereinen Aktivistinnen und Aktivisten in digitalen wie physischen Räumen. Durch den Tanz hält die Kampagne das Thema Gewalt gegen Frauen weltweit sichtbar. Die Verantwortlichen hoffen, dass die wachsende Beteiligung zu konkreten Veränderungen in der Politik und im öffentlichen Bewusstsein führt.