Tanklager-Riese Tanquid an US-Konzern Sunoco verkauft – trotz massiver Kritik
Moritz NeumannTanklager-Riese Tanquid an US-Konzern Sunoco verkauft – trotz massiver Kritik
Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft
Der größte deutsche Tanklagerbetreiber Tanquid wurde an das US-Energieunternehmen Sunoco verkauft. Die Transaktion sorgt für Kontroversen, da Kritiker warnen, wichtige Energiewirtschaftsinfrastruktur dürfe nicht an einen ausländischen Konzern mit enger Verbindung zu fossilen Brennstoffen fallen. Die Zustimmung der Bundesregierung erfolgte erst nach der Auferlegung strenger Auflagen, um Sicherheitsbedenken zu begegnen.
Sunoco, eine Tochtergesellschaft des US-Energiekonzerns Energy Transfer, hat die Übernahme von Tanquid nun abgeschlossen. Das deutsche Wirtschaftsministerium gab zwar grünes Licht, verband die Genehmigung jedoch mit Vorgaben zur Risikominderung. Eine zentrale Bedingung: Tanquid muss seinen Anteil an einem Pipeline-Unternehmen an den Bund veräußern.
Trotz dieser Schutzmaßnahmen bleiben Kritiker skeptisch. Greenpeace äußerte scharfe Ablehnung und argumentiert, dass lebenswichtige Energieinfrastruktur nicht unter die Kontrolle eines von fossilen Energieträgern abhängigen US-Konzerns geraten dürfe. Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, bezeichnete den Deal als Fehler und stellte infrage, ob die Versorgungssicherheit tatsächlich gewährleistet werden könne.
Die Bundesregierung geht bei ausländischen Übernahmen kritischer Infrastruktur mit Vorsicht vor. Nach der Außenwirtschaftsverordnung werden solche Verkäufe einer gründlichen Prüfung unterzogen – insbesondere dann, wenn nationale Sicherheit, etwa bei Militärkerosin-Pipelines, auf dem Spiel steht. Gegner verweisen jedoch auf eine zunehmende Tendenz ausländischer Eigentümerschaft ohne ausreichende Souveränitätssicherungen.
Zusätzliche Brisanz erhält die Übernahme durch die Führungsetage von Sunoco. CEO Kelcy Warren ist ein bekannter Geldgeber der Make America Great Again-Bewegung und ein enger Verbündeter des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Diese politische Verbindung schürt weitere Bedenken hinsichtlich der langfristigen Folgen des Deals.
Die Übernahme von Tanquid durch Sunoco schreitet unter strengen Regierungsauflagen voran. Der Pipeline-Anteil muss nun in Bundesbesitz übergehen – eine Maßnahme, die Sicherheitsrisiken begrenzen soll. Dennoch stellen Umweltverbände und Oppositionspolitiker die Entscheidung weiterhin infrage und warnen vor den Auswirkungen auf die deutsche Energieunabhängigkeit.