Spielzeughersteller fliehen vor Trumps Zöllen – wer gewinnt, wer verliert?
Moritz NeumannSpielzeughersteller fliehen vor Trumps Zöllen – wer gewinnt, wer verliert?
Der weltgrößte Spielwarenmarkt steht vor neuen Herausforderungen, da europäische Hersteller auf steigende Kosten und sich ändernde Handelspolitik reagieren müssen. China bleibt zwar der mit Abstand wichtigste Produzent von Spielzeug, doch einige Unternehmen verlagern ihre Produktion inzwischen in andere Länder, um hohe Zölle zu umgehen. Der deutsche Spielwarenhersteller Tonies hat kürzlich ein neues Werk in Vietnam eröffnet, während andere wie Amigo Spiele ihre Aktivitäten in den USA komplett zurückfahren.
Unter der Führung von CEO Tobias Wann setzte Tonies mit der Verlegung der Produktion seiner Toniebox 2 für den US-Markt von China nach Vietnam einen strategischen Schritt. Die Entscheidung fiel kurz vor der Ankündigung globaler Zölle durch Präsident Trump im April – und ermöglichte es dem Unternehmen, höhere Kosten für seine Audio-Player zu vermeiden. Bei den Figuren, die weiterhin in China, Bosnien und Tunesien hergestellt werden, mussten jedoch Preiserhöhungen hingenommen werden, da das Unternehmen die Zollbelastungen an die Verbraucher weitergab.
Der US-Spielwarenmarkt bleibt für europäische Unternehmen ein zentraler Absatzmarkt, doch die jüngsten Veränderungen zwingen manche zu einem Strategiewechsel. Während Tonies durch die Verlagerung nach Vietnam Zölle auf ein Hauptprodukt umgehen konnte, haben andere wie Amigo Spiele den Markt komplett verlassen. Trotz gestiegener Preise wachsen die Umsätze weiter – die Branche bewegt sich weiterhin in einem komplexen handelspolitischen Umfeld.