15 January 2026, 06:04

Solingens Grüne fordern nachhaltige Flächennutzung statt blindem Wachstum

Ein detaillierter Stadtplan mit einem grünen zentralen Bereich, der likely einen geplanten Entwicklungsstandort angibt, umgeben von Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Solingens Grüne fordern nachhaltige Flächennutzung statt blindem Wachstum

Die Solinger Grünen fordern einen überlegteren Umgang mit der gewerblichen Flächennutzung in der Stadt. Statt voreilig Industriegebiete auszuweiten, plädieren sie für eine bessere Vermarktung bestehender Brachflächen. Ihre Haltung kommt zu einer Zeit, in der sich die lokale Wirtschaft zunehmend hin zu Dienstleistungen – insbesondere im Gesundheitssektor – entwickelt, während neue Herausforderungen wie KI und Klimafragen die Anforderungen an Unternehmen verändern.

Die Grünen lobten zudem die jüngsten Fortschritte bei der Wirtschaftsförderung Solingen (WiFö), wo ein neues Führungsteam eine aktivere Rolle bei der Unterstützung ortsansässiger Betriebe einnimmt.

Die beiden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Solinger Stadtrat, Ruth Fischer-Bieniek und Leon Kröck, begrüßten die Veränderungen bei der WiFö. Nach Jahren des Stillstands wird die Behörde nun kommissarisch von Daniel Wieneke (SPD) geleitet, der für sein engagiertes und wirksames Management Anerkennung gefunden hat – unter anderem mit dem Preis "Innovative Wirtschaftsförderungen 2025". Ein neu gebildetes dreiköpfiges Führungsteam hat zudem zur Stabilisierung der Organisation beigetragen.

Im Rahmen der aktualisierten Strategie wartet die WiFö nicht mehr darauf, dass Unternehmen von sich aus Hilfe suchen, sondern geht proaktiv auf Betriebe in ganz Solingen zu und bietet maßgeschneiderte Unterstützung an. Die Grünen bewerten diesen Kurswechsel positiv, insbesondere vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Wandels der Stadt weg von der traditionellen Industrie. Wachstum wird nun vor allem im Dienstleistungssektor erwartet, wobei der Gesundheitsbereich eine zentrale Rolle spielt. Gleichzeitig lehnen die Grünen eine pauschale Genehmigung neuer Gewerbeflächen am Stadtrand ab. Sie verweisen auf ungelöste Nutzungskonflikte, darunter Klimarisiken, den Verlust von Grünflächen und Bedrohungen für die Artenvielfalt. Angesichts der Tatsache, dass KI den Flächenbedarf künftig wahrscheinlich verringern wird, argumentieren sie, dass die Nachnutzung bestehender Standorte sinnvoller ist als eine Ausweitung.

Über die lokalen Belange hinaus betonen die Grünen die Notwendigkeit einer engeren regionalen Zusammenarbeit. Sie schlagen einen gemeinsamen bergischen Ansatz vor, der Solingen mit den Nachbarstädten Wuppertal und Remscheid vernetzt, um die wirtschaftliche Zukunft des Dreistädtegebiets zu stärken.

Die Position der Grünen spiegelt die größeren Veränderungen in Solingens Wirtschaft wider, wo Dienstleistungen und Technologie an Bedeutung gewinnen. Während sie die neue Ausrichtung der WiFö unterstützen, zeigen sie sich bei der Flächenentwicklung zurückhaltend und setzen auf Nachhaltigkeit sowie einen nachweisbaren Bedarf. Eine vertiefte Kooperation mit Wuppertal und Remscheid könnte darüber hinaus prägen, wie sich die Region an die sich wandelnden wirtschaftlichen Herausforderungen anpasst.