Solingen plant neue Gewerbegebiete – doch Anwohner und Umweltschützer protestieren
Noah MayerSolingen plant neue Gewerbegebiete – doch Anwohner und Umweltschützer protestieren
Der Stadtrat von Solingen steht vor einer Abstimmung über eine weitreichende Politikänderung, die neue Gewerbe- und Industriegebiete erschließen soll. Der Schritt markiert einen Kurswechsel für die SPD, die solche Erweiterungen bisher blockiert hatte. Nun unterstützt die Partei den Plan, um Unternehmen anzuziehen und Arbeitsplätze zu schaffen – doch der Vorschlag stößt bereits auf Widerstand bei Anwohnern und Umweltschützern.
Das geplante Gewerbegebiet in Schrodtberg/Kohlfurt soll etwa 25 Hektar umfassen. Die Stadtplaner haben zudem zwei Alternativstandorte ausgemacht: ein zehn Hektar großes Grundstück im Industriegebiet Solingen-Ollenhauerstraße sowie ein 15 Hektar großes ehemaliges Bahnareal in Solingen-Mitte. Diese Optionen wurden in offiziellen Unterlagen aus dem Jahr 2025 skizziert.
Besonders in Solingen-Stöcken formiert sich Widerstand, wo sich Anwohner gegen die Umwidmung eines zehn Hektar großen Feldes in der Nähe eines alten Sportplatzes wehren. Das Gelände, das unweit von Karola Pasquays Wohnviertel liegt, ist für die Ansiedlung eines Betriebs vorgesehen, der bis zu 50 neue Arbeitsplätze bringen könnte. Die SPD argumentiert, dies würde bestehenden Unternehmen Wachstumschancen eröffnen und neue Investitionen anlocken.
Unterdessen haben die Grünen eine Online-Petition mit dem Titel 'Stopp der Versiegelung Solingens' gestartet. Innerhalb von nur sechs Tagen unterschrieben fast 1.900 Menschen, die sich Sorgen um den Verlust von Grünflächen am Stadtrand machen.
Die Entscheidung des Rates wird nun darüber bestimmen, ob die neuen Zonen realisiert werden. Bei einer Zustimmung könnte die Politik die industrielle Landschaft Solingens nachhaltig verändern, indem sie Unternehmen mehr Flächen bietet. Doch der Protest aus der Bevölkerung und von Umweltschützern zeigt: Die Debatte ist noch lange nicht beendet.






