04 March 2026, 12:22

RWE startet Milliardenprojekt: Rheinwasser soll Tagebaue Hambach und Garzweiler fluten

Eine Baustelle an einer Kläranlage mit einem großen Metallrohr in der Mitte, umgeben von Geländern, Rohren und Maschinen, mit Gebäuden, Bäumen und einem Turm im Hintergrund.

RWE startet Milliardenprojekt: Rheinwasser soll Tagebaue Hambach und Garzweiler fluten

RWE bereitet Großbauprojekt am Rhein vor, um Braunkohletagebaue mit Wasser zu versorgen

Der Energiekonzern RWE hat mit den Vorbereitungen für ein großes Bauvorhaben am Rhein begonnen, das die Wasserversorgung seiner Braunkohletagebaue sichern soll. Auf einem Gelände bei Dormagen-Rheinfeld entsteht derzeit eine Baustelle für eine neue Pumpstation – der Auftakt zu einem langfristigen Plan, Rheinwasser in die Tagebaue Hambach und Garzweiler zu leiten.

Ende Januar 2026 erhielt RWE von der Bezirksregierung Arnsberg eine entscheidende Genehmigung für die Rheinwasser-Pipeline. Damit kann der Bau im März 2026 starten; die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen. Sobald die Leitung steht, soll sie die Flutung des Tagebaus Hambach ermöglichen.

Für das Projekt werden Tausende Stahlrohre benötigt, jedes 12 Meter lang und 2,2 Meter breit. Diese lagern derzeit im Kraftwerk Niederaußem in Bergheim. Ab Mitte März sollen sie über die Terra-Nova-Schnellstraße nach Elsdorf transportiert werden.

Allerdings wird die Terra-Nova-Schnellstraße wegen der Bauarbeiten ab dem 2. März 2026 für zwei Jahre voll gesperrt. Bereits jetzt ist die Strecke stärker befahren, da auf beiden Seiten Land für das Projekt gerodet wird.

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Zwar liegt die Genehmigung für die Pipeline vor, doch fehlt RWE noch die Erlaubnis, Rheinwasser in den Tagebau Hambach einzuleiten. Das Prüfverfahren hierzu soll im Herbst beginnen. Umweltverbände warnen vor ungefilterten Chemikalien aus dem Rhein, die gegen EU-Wasserqualitätsstandards verstoßen könnten. Einige NGOs fordern ein Moratorium, bis weitere Gutachten vorliegen.

Sobald die Pumpstation in Betrieb geht, wird sie zunächst den Tagebau Hambach mit Wasser versorgen. Ab Mitte der 2030er-Jahre soll sie auch Garzweiler beliefern.

Trotz ökologischer Bedenken schreitet das Projekt voran. Werden alle Genehmigungen erteilt, wird die Pipeline bis 2030 voll funktionsfähig sein. Dann kann RWE den Tagebau Hambach fluten und später auch Garzweiler mit Wasser versorgen.