RWE setzt auf grünen Wasserstoff und treibt die Energiewende mit Milliardenprojekten voran
Charlotte SimonRWE setzt auf grünen Wasserstoff und treibt die Energiewende mit Milliardenprojekten voran
RWE treibt seine Wende hin zu grüner Energie weiter voran und setzt dabei besonders auf die Wasserstoffproduktion als Teil seiner langfristigen Strategie. Zu den jüngsten Schritten des Konzerns gehören der Ausbau der Kapazitäten in einem großen Elektrolysewerk sowie die Sicherung von Lieferverträgen mit Industriepartnern. Unterdessen haben Finanzanalysten ihre Kursziele angehoben und prognostizieren dem Essener Versorger für 2026 ein kräftiges Wachstum.
Im Januar 2026 führte RWE sein Aktienrückkaufprogramm fort: Die Computershare Trustees Limited erwarb im Auftrag der britischen Tochtergesellschaften des Konzerns weitere Anteile. Die Rückkäufe erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Investmentbank UBS ihr Kursziel für RWE auf 55 Euro erhöhte und die Aktie weiterhin mit "Kaufen" einstuft. Analystin Wanda Serwinowska verwies auf mehrere Wachstumstreiber für den Aktienkurs im Jahr 2026 und korrigierte die Gewinnprognosen für die Jahre 2025 bis 2028 nach oben.
Auch bei der Wasserstoffproduktion macht das Unternehmen Fortschritte: In Lingen hat einer der größten grünen Wasserstoffstandorte Europas mit einer 100-Megawatt-Elektrolyseanlage den Probebetrieb aufgenommen. Geplant ist eine Erweiterung der Kapazität auf 300 MW bis 2027, gestützt durch langfristige Lieferverträge mit Unternehmen wie TotalEnergies. Im Rahmen einer 15-jährigen Vereinbarung wird RWE ab 2030 jährlich 30.000 Tonnen grünen Wasserstoff an die Raffinerie von TotalEnergies in Leuna liefern. Der Transport erfolgt über eine 600 Kilometer lange Pipeline, die die Produktion in Lingen mit der industriellen Nachfrage verbindet. Trotz dieser Fortschritte bleibt der deutsche Gasmarkt angespannt, da die Speicherstände weiterhin unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen. RWE setzt mit seiner Strategie darauf, die Abhängigkeit von klassischen Gasgeschäften zu verringern und stattdessen die Wasserstoff- und Erneuerbare-Energien-Sparte auszubauen. UBS schätzt, dass die Aktie um mehr als 20 Prozent steigen könnte, sobald diese Projekte greifen.
Mit dem Ausbau der Wasserstoffproduktion und soliden Lieferverträgen positioniert sich RWE als zentraler Akteur in Europas Energiewende. Da Analysten höhere Gewinne und Kurssteigerungen vorhersagen, scheint der Konzern mit seinem Rückzug aus dem Gasgeschäft den richtigen Zeitpunkt gewählt zu haben. Der Erfolg der Elektrolyseprojekte und der langfristigen Verträge wird in den kommenden Jahren maßgeblich über die Performance des Unternehmens entscheiden.