Renault revolutioniert Batterie-Logistik für längere Fahrzeit von E-Autos
Moritz NeumannRenault revolutioniert Batterie-Logistik für längere Fahrzeit von E-Autos
Renault gestaltet seine Batterie-Lieferkette um, um Stillstandszeiten von Fahrzeugen zu verkürzen und die Effizienz zu steigern. Das Unternehmen betrachtet Batterien nicht länger als Wegwerfteile, sondern als hochwertige Vermögenswerte. Zu den jüngsten Maßnahmen gehören ein Tauschsystem und eine Echtzeit-Verfolgung, um Elektrofahrzeuge länger auf der Straße zu halten.
Der neue Ansatz des Automobilherstellers zielt darauf ab, Verzögerungen bei Batteriedefekten zu minimieren. Statt wochenlang auf Reparaturen zu warten, bietet Renault einen schnellen Austausch an: Ein defektes Modul wird durch ein funktionierendes ersetzt, während das Original instand gesetzt wird. Dadurch bleiben die Fahrzeuge mobil, und die Ausfallzeit soll auf unter 15 bis 20 Tage begrenzt werden.
Batterien machen bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs aus und sind damit ein zentraler Bestandteil von Renaults Strategie. Die Lieferkette funktioniert nun als Kreislauf zwischen Händlern, Reparaturzentren, Lagern und Recyclingbetrieben – jedes Glied agiert gleichzeitig als Lieferant und Kunde. Ziel ist ein nahtloses 360-Grad-Netzwerk, in dem Bauteile in mehrere Richtungen fließen.
Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Verschiedene Partner nutzen separate ERP-, WMS- und TMS-Systeme, was die Echtzeit-Datentransparenz erschwert. Regulatorische Hürden erhöhen die Komplexität, da Batterien als Gefahrgut eingestuft werden und sich die Vorschriften je nach Region unterscheiden.
Seit 2023 testet Renault Batterie-Wechselstationen in Frankreich, Spanien und Polen – beginnend mit dem Renault 5 Électrique. Die städtischen Netze werden ausgebaut, doch die vollständige kommerzielle Einführung in Europa soll schrittweise bis 2026 erfolgen. Israfil Beker, bei Renault verantwortlich für die Aftersales-EV-Lieferkette, betonte diese Schritte in einem aktuellen Interview mit Automotive Logistics.
Kreislaufwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle bei der Bestandsverwaltung. Durch Wiederverwendung und Recycling von Batterien strebt Renault an, Angebot und Nachfrage auszubalancieren und gleichzeitig die Kosten im Griff zu behalten.
Renaults Batterie-Tauschsystem und die kreislauforientierte Lieferkette sollen Elektrofahrzeuge mit minimalen Unterbrechungen in Betrieb halten. Das Unternehmen baut sein Stationsnetz weiter aus und optimiert gleichzeitig Datenaustausch und regulatorische Compliance. Die vollständige Umsetzung in Europa ist bis 2026 geplant.






