Rechtsextreme sagen Weihnachtsdemo in Münster kurzfristig ab
Rechtsextreme Weihnachtsdemo in Münster abgesagt
Eine für Heiligabend geplante Demonstration rechtsextremer Gruppen in Münster ist abgesagt worden. Wie die Polizei bestätigte, zogen die Veranstalter ihre Anmeldung zurück. Die Absage folgt auf monatelange Spannungen im Zusammenhang mit einem Streit um das Grab eines Neonazis in Dortmund.
Unterdessen bleibt eine Gegenkundgebung des Bündnisses "Kein Meter den Nazis" für denselben Tag angemeldet.
Die abgesagte Veranstaltung war Teil einer Reihe rechtsextremer Aufmärsche in Münster in diesem Jahr. Rechtsextreme aus Dortmund und dem Umland hatten wiederholt vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) der Stadt protestiert. Im Mittelpunkt stand die Beisetzung von Siegfried "SS-Siggi" Borchardt, einem verstorbenen Neonazi, dessen Grab die Dortmunder Behörden nicht öffentlich kennzeichnen wollen. Die Stadt will verhindern, dass die Stelle zu einem Wallfahrtsort für Rechtsextreme wird.
Bei einer Demonstration am 13. September hatten rechtsextreme Aktivisten angekündigt, an Heiligabend zurückzukehren. Später wurde die Anmeldung jedoch zurückgezogen. Carsten Peters, Sprecher des antifaschistischen Bündnisses "Kein Meter den Nazis", erklärte, die Gegenproteste hätten dazu beigetragen. Er betonte, dass Neonazis derzeit offenbar zögerten, in Münster aufzumarschieren.
Der Streit um Borchardts Grab erinnert an ähnliche Fälle der letzten Jahre. In Plauen hatte die Stadt die anonyme Beisetzung des Rechtsextremisten Uwe Bachmann durchgesetzt. Auch in Jena sorgte die Kommunalverwaltung dafür, dass das Grab eines Neonazis unmarkiert blieb. Beide Städte wollten verhindern, dass die Gräber zu Treffpunkten für Extremisten werden.
Trotz der Absage hält "Kein Meter den Nazis" an seiner angemeldeten Kundgebung für Heiligabend fest. Das Bündnis begrüßte zwar den Rückzug der Rechtsextremen, bleibt aber bereit, gegen künftige rechtsextreme Aktivitäten in der Region zu protestieren.
Mit dem Rückzug der rechtsextremen Demonstration entfällt vorerst der geplante Aufmarsch an Heiligabend in Münster. Die Stadt Dortmund setzt weiterhin auf anonyme Bestattungen bekannter Extremisten – nach dem Vorbild von Plauen und Jena. Polizei und lokale Initiativen bleiben wachsam, da die Spannungen um rechtsextreme Versammlungen anhalten.






