PSA-Test statt Unbehagen: Warum Männer die Prostatakrebs-Vorsorge meiden
Moritz NeumannWann Sie dringend einen Urologen aufsuchen sollten - PSA-Test statt Unbehagen: Warum Männer die Prostatakrebs-Vorsorge meiden
Prostatakrebs bleibt ein großes Gesundheitsproblem: Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland fast 80.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Dennoch meiden viele Männer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen – oft aus Unbehagen gegenüber den gängigen Screening-Methoden. Experten empfehlen mittlerweile den PSA-Test als einfachste Möglichkeit, frühe Anzeichen der Krankheit zu erkennen.
Der PSA-Bluttest hat sich als erste Wahl für die Prostatakrebs-Früherkennung etabliert. Ein Basiswert, der bei Männern Mitte 40 erhoben wird, hilft, das individuelle Risiko einzuschätzen und den Rhythmus weiterer Tests festzulegen. Liegt der Wert unter 1,5 ng/ml, reicht eine Kontrolle nach fünf Jahren; bei Werten zwischen 1,5 und 3 ng/ml sollten alle zwei Jahre Nachuntersuchungen erfolgen.
Ein plötzlicher Anstieg des PSA-Werts oder ein Ergebnis über 3 ng/ml kann auf Krebs hindeuten – selbst wenn keine Beschwerden vorliegen. Da Prostatakrebs im Frühstadium oft symptomlos verläuft, ist eine regelmäßige Überwachung entscheidend. Dennoch lässt sich laut Deutscher Krebshilfe nur etwa jeder sechste Mann (rund 17 Prozent) routinemäßig vom Urologen untersuchen.
Viele verzichten auf die Vorsorge aus Angst vor der digitalen rektalen Untersuchung, die jedoch nicht mehr die primäre Screening-Methode darstellt. Zudem können Tumore auch in anderen Bereichen des Harntrakts auftreten, etwa in Blase, Nieren oder Hoden. Aktuelle Daten dazu, wie viele Männer in Deutschland tatsächlich einen PSA-Test durchführen lassen und wie sich die Teilnahme nach Alter oder Region unterscheidet, liegen jedoch nicht vor.
Der Wechsel zum PSA-Test soll die Prostatakrebs-Vorsorge zugänglicher machen. Früh erkannt, steigen die Heilungschancen deutlich – doch die Inanspruchnahme bleibt bei Männern gering. Gesundheitsorganisationen appellieren weiterhin an die Bevölkerung, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, um Spätdiagnosen zu vermeiden.