Polizei deckt jahrelangen Führerscheinbetrug bei Lkw-Kontrollen auf
Charlotte SimonPolizei deckt jahrelangen Führerscheinbetrug bei Lkw-Kontrollen auf
Polizei in Ostwestfalen und Bielefeld führt eine Woche lang strenge Verkehrskontrollen im Rahmen der europaweiten ROADPOL-Aktion "Lkw und Bus" durch. Bei der einwöchigen Kontrollwelle im Rahmen der europaweiten ROADPOL-Kampagne "Lkw und Bus" überprüfte die Polizei in Ostwestfalen und Bielefeld 293 Nutzfahrzeuge – bei fast der Hälfte wurden Verstöße festgestellt. Im Zuge der Aktion kam es zudem zu strafrechtlichen Ermittlungen gegen einen Schrotthändler, der seit einem Jahrzehnt ohne gültigen Führerschein unterwegs war.
Die Schwerpunktaktion fand vom 9. bis 15. Februar 2026 statt, wobei Beamte sowohl Autobahnen als auch innerstädtische Straßen kontrollierten. Im Fokus standen Güter- und Personentransport, insbesondere die Einhaltung von Verkehrs-, Sicherheits- und Zulassungsvorschriften.
Am Dienstag, dem 10. Februar, stoppten die Beamten auf der Detmolder Straße einen VW LT 40-Kleinlastwagen. Der 51-jährige Fahrer aus Detmold präsentierte ein Handyfoto eines kroatischen Führerscheins, der einer anderen Person gehörte. Weitere Überprüfungen ergaben, dass er seit zehn Jahren ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war. Zudem befand sich das Fahrzeug in einem verkehrsunsicheren Zustand: Die Achsen waren defekt, und es wies zahlreiche Mängel auf.
Der Lkw transportierte eine ungesicherte, defekte Industriewaage. Zudem stellte sich heraus, dass das Unternehmen seit Jahren über keine erforderliche gewerbliche Genehmigung für die Schrottsammlung verfügte. Dies weckte den Verdacht auf Sozialleistungsbetrug und Steuerhinterziehung. Gegen die Halterin, eine 53-jährige Detmolderin, die den unberechtigten Fahrer das Fahrzeug nutzen ließ, wurden ebenfalls Ermittlungen eingeleitet.
Die Polizei untersagte dem Lkw die Weiterfahrt und leitete strafrechtliche Verfahren gegen sowohl den Fahrer als auch die Halterin ein. Im Rahmen der gesamten Aktion dokumentierten die Beamten bei 293 kontrollierten Fahrzeugen insgesamt 133 Verstöße. Darunter fielen sechs Geschwindigkeitsüberschreitungen, 19 Verstöße gegen Sozialvorschriften, vier manipulierte Tachografen, 13 Fälle von nicht angelegten Sicherheitsgurten, 11 Fahrzeuge mit technischen Mängeln sowie 19 Lkw mit ungesicherten Ladungen. Vier Fahrzeuge waren überladen, eines verstieß gegen Abfallentsorgungsvorschriften.
Die ROADPOL-Aktion "Lkw und Bus" ist eine jährliche europaweite Initiative. Die deutsche Polizei führt dabei jährlich Hundertfache abgestimmte Kontrollen durch, auch wenn die genauen bundesweiten Zahlen der letzten fünf Jahre nicht veröffentlicht wurden.
Sieben Fahrzeuge erhielten ein Weiterfahrverbot. Gegen den Schrotthändler und die Halterin wurden strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Die Polizei setzt weiterhin auf gezielte Kontrollen, um die Verkehrssicherheit und Regelkonformität im gewerblichen Transport zu stärken.