"Opferpopp 2.0": Halles dunkle Vergangenheit wird zum immersiven Theatererlebnis
Noah Mayer"Opferpopp 2.0": Halles dunkle Vergangenheit wird zum immersiven Theatererlebnis
Ein neues immersives Theaterprojekt erkundet Halles Vergangenheit und ihre ungelösten Fragen
Unter dem Titel "Opferpopp 2.0 – Ein Requiem" setzt sich die Installation mit dem Leben junger Darsteller:innen eines umstrittenen Stücks aus dem Jahr 1982 auseinander und verbindet Ausstellung, Performance und Clubkultur. Vom 5. bis 22. März 2026 gezeigt, ist das Projekt Teil der Reihe "ERINNERN IST HEIMAT" am Thalia Theater Halle.
Inspiriert ist "Opferpopp 2.0" von "Opferpopp", einem 2007 uraufgeführten Stück mit Laiendarsteller:innen, die ungeschönte Geschichten von Gewalt und Vernachlässigung teilten. Regisseur Mirko Borscht und der Videokünstler Hannes Hesse verfolgen nun die Schicksale der ursprünglichen Besetzung von 1982 – viele von ihnen sind inzwischen verstorben. Überlebende wie die ehemalige Schauspielerin Angela Winkler ziehen sich längst aus der Öffentlichkeit und künstlerischen Arbeit zurück.
Herzstück der Installation ist das "Klubhaus Kluth", das das nt-Schaufenster in einen begehbaren Raum ohne feste Aufführungen verwandelt. Besucher:innen entscheiden selbst, wie intensiv sie sich einbringen, und bewegen sich frei durch den Ort. Gleichzeitig würdigt die Installation Alexander Kluth, ein Ensemblemitglied, das 2025 starb.
Als dauerhafter Treffpunkt für Jugendliche ab 14 Jahren hinterfragt das Klubhaus vergessene Leben durch schroffe Kontraste und Provokation. Die Reihe führt damit die Auseinandersetzung des Thalia Theaters mit Halles unbewältigten Geschichten und kulturellen Wunden fort.
Die zwölf Abende von "Opferpopp 2.0 – Ein Requiem" beginnen am 5. März 2026. Das Projekt schafft einen Raum für die Reflexion über vergessene Schicksale und die Vergänglichkeit der Zeit. Offen angelegt, lädt es das Publikum ein, das Erlebnis innerhalb seiner Mauern selbst zu gestalten.






