06 February 2026, 06:02

Ohligs-Tunnel in Solingen: Radikale Pläne für mehr als nur eine energetische Sanierung

Eine Stadtstraße mit einer Fußgängerbrücke, Fahrzeugen, Fußgängern, einem Zaun, Topfpflanzen, Schildern, Laternen, Strommasten mit Drähten, Bäumen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel.

Ohligs-Tunnel in Solingen: Radikale Pläne für mehr als nur eine energetische Sanierung

Die Zukunft des Ohligs-Tunnels in Solingen ist nach Jahren der Debatte zu einem zentralen Thema geworden. Seit 2021 hat sich die Diskussion von einfachen Reparaturen hin zu umfassenden energetischen Sanierungsplänen verlagert – mit Kosten, die mittlerweile über 50 Millionen Euro liegen. Nun soll ab 2026 eine schrittweise Sanierung beginnen, doch neue Vorschläge des Bundesverbandes Bürgerinitiativen (BfS) gehen noch weiter: Sie fordern einen radikalen Wandel.

Der BfS setzt sich für eine komplette Neugestaltung ein, um den Tunnel in einen sicheren, sauberen und einladenden Zugang zum Stadtteil zu verwandeln. Sein Konzept umfasst kurzfristige Maßnahmen, mittelfristige Aufwertungen und langfristige städtebauliche Veränderungen – stets verbunden mit sozialer Verantwortung, etwa bei der Obdachlosigkeit.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Debatte um den Ohligs-Tunnel begann 2021, als die Stadt Solingen und die Deutsche Bahn erstmals auf Sicherheitsmängel hinwiesen, die strukturelle Instandsetzungen erforderten. Bis 2022/23 stiegen die geschätzten Kosten auf über 50 Millionen Euro, was eine öffentliche Kontroverse auslöste: Sollte der Tunnel vollständig neu gebaut oder nur modernisiert werden? 2024/25 formierte sich Widerstand, als Anwohnerinitiativen vor Verkehrschaos und Umweltbelastungen warnten. Trotz der Streitigkeiten beschloss der Stadtrat 2025 eine schrittweise Sanierung, die ab 2026 starten und teilweise Umgestaltungen für bessere Barrierefreiheit umfassen soll.

Der BfS legt nun ein umfassenderes Konzept vor. Kurzfristig fordert er eine Grundreinigung des Tunnels, dringende Reparaturen und mehr Sicherheitskräfte vor Ort. Mittelfristig schlägt er Testläufe für Videoüberwachung, verbesserte Beleuchtung und genehmigte Überdachungen am östlichen Ausgang vor. Langfristig könnte der Vorplatz des Ostbahnhofs neu gedacht werden – oder der Tunnel sogar durch eine barrierefreie Brücke für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen ersetzt werden, deren Machbarkeit derzeit geprüft wird.

Doch der BfS betont nicht nur bauliche Veränderungen, sondern auch soziale Verantwortung. Bevor strengere Regeln durchgesetzt werden, brauche es maßgeschneiderte Hilfsangebote für Obdachlose – nach dem Prinzip 'Hilfe statt Verdrängung'. Sein Ansatz verbindet Sicherheit, Sauberkeit und Gemeinschaftswohl, um Probleme nicht einfach zu verlagern.

Die Sanierung des Ohligs-Tunnels beginnt 2026, doch die Vision des BfS reicht weiter. Sollten seine Pläne umgesetzt werden, könnte aus dem Tunnel ein hell erleuchteter, überwachter und sozial inklusiver Raum werden. Eine Machbarkeitsstudie wird klären, ob eine Fußgängerbrücke ihn vollständig ersetzen könnte – und so den Zugang zum Stadtteil auf Jahre hinaus prägen würde.