14 February 2026, 00:04

NRW revolutioniert Kita-Betreuung mit neuem Kinderbildungsgesetz – doch Kritik bleibt

Eine Zeichnung von drei Kindern, die auf einer Decke sitzen, wobei eines ein Baby hält, auf einem Blatt Papier mit Text.

NRW revolutioniert Kita-Betreuung mit neuem Kinderbildungsgesetz – doch Kritik bleibt

Nordrhein-Westfalen reformiert sein Kita-System mit neuem Kinderbildungsgesetz

Nordrhein-Westfalen will sein Betreuungssystem für Kinder mit einem neuen Kinderbildungsgesetz grundlegend umgestalten. Die Pläne sehen feste Kernöffnungszeiten vor, um dem Personalmangel entgegenzuwirken und gleichzeitig eine verlässliche Kinderbetreuung zu gewährleisten. Kritiker warnen jedoch, dass die Änderungen die Qualität der frühkindlichen Bildung insgesamt verschlechtern könnten.

Das vorgeschlagene Modell ermöglicht es Kitas, ihr Personal in zwei Gruppen aufzuteilen: Eine Stammbelegschaft würde täglich fünf Stunden "Kernzeit" abdecken, während zusätzliche Kräfte die übrigen "Randzeiten" übernehmen. Diese Ergänzungskräfte müssten zwar pädagogisch qualifiziert sein, ihre Ausbildung würde jedoch von drei auf zwei Jahre verkürzt.

Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) verteidigt die Reform. Sie betont, dass das System mehr Planbarkeit brauche, und verweist auf positive Erfahrungen in anderen Bundesländern wie Bayern, wo ähnliche Kernzeiten zwischen 2020 und 2022 eingeführt wurden. Dort berichteten Eltern und Beschäftigte zwar von besserer Organisation, einige kritisierten jedoch kürzere Öffnungszeiten und Personalengpässe.

Das neue Gesetz soll Betreibern eine Notlösung bieten, wenn qualifiziertes Personal fehlt. Schäffer führt Beispiele aus Schweden und Dänemark an, wo feste Betreuungsfenster bereits seit den 1990er-Jahren gelten. Dort habe sich das Wohlbefinden der Kinder verbessert, und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei gestärkt worden – nicht zuletzt durch gezieltere Aktivitäten in den Kernzeiten. Allerdings gab es anfangs Anpassungsschwierigkeiten für viele Familien.

Ziel der Reform ist es, die Kinderbetreuung trotz anhaltendem Fachkräftemangel zu stabilisieren. Durch das Modell aus Stamm- und Ergänzungskräften hofft die Landesregierung, die Zuverlässigkeit der Angebote zu sichern. Dennoch bleiben Bedenken, ob die kürzere Ausbildung der Zusatzkräfte die Betreuungsqualität beeinträchtigen könnte.