GEW-Umfrage zu Förderschulen in der Kita-Versorgung deckt gravierende Defizite auf - NRW-Förderschulen am Limit: 1.100 Lehrer fehlen vor Ganztags-Pflicht
Förderschulen in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit massivem Personal- und Raummangel
In Nordrhein-Westfalen (NRW) leiden Förderschulen unter akutem Personal- und Platznotstand. Rund 1.100 Lehrerstellen sind unbesetzt, während bald neue Gesetze zur ganztägigen Betreuung in Kraft treten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt, dass die Schulen die Nachfrage bereits jetzt nicht decken können – noch bevor die rechtlichen Änderungen greifen.
Ab Sommer 2023 haben Erstklässler in ganz Deutschland, darunter auch Schüler an NRW-Förderschulen, einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Doch viele dieser Schulen stehen bereits unter Druck. Über 40 Prozent derjenigen, die verpflichtende Ganztagsangebote anbieten, mussten wegen Personalmangels Nachmittagsprogramme kürzen oder ganz streichen.
Der Mangel betrifft nicht nur Lehrkräfte. Auch die freiwilligen Offenen Ganztagsschulen (OGS) sind überlastet – obwohl die gesetzliche Pflicht erst in Monaten kommt. Die GEW fordert dringend Maßnahmen: mehr Ausbildungsplätze für Sonderpädagogen, den Ausbau multiprofessioneller Teams und bessere räumliche Bedingungen.
Mit rund 500 Förderschulen in NRW argumentiert die Gewerkschaft, dass eine langfristige Lösung nur durch die flächendeckende Umstellung auf verpflichtende Ganztagsmodelle möglich sei. Doch die aktuellen Zahlen belegen zunächst die akute Krise: 1.100 unbesetzte Lehrerstellen und ein wachsender Bedarf an Fachpersonal.
Der künftige Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wird den Druck auf ein bereits überlastetes System weiter erhöhen. Die Schulen stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen Lehrlücken schließen und gleichzeitig Kapazitäten für längere Betreuungszeiten ausbauen. Ohne zusätzliches Personal und Ressourcen könnten NRWs Förderschulen die neuen Anforderungen kaum erfüllen.






