NRW-Bahnen reduzieren kurzfristige Zugausfälle drastisch – doch das Angebot bleibt eingeschränkt
Charlotte SimonNRW-Bahnen reduzieren kurzfristige Zugausfälle drastisch – doch das Angebot bleibt eingeschränkt
Bahnbetreiber in Nordrhein-Westfalen haben kurzfristige Zugausfälle in diesem Jahr deutlich reduziert. Die Verbesserung folgt auf anhaltende Personalengpässe, die 2022 zu massiven Störungen im Schienenverkehr geführt hatten. Neue Zahlen zeigen nun erhebliche Fortschritte auf mehreren wichtigen Strecken zwischen Januar und Mai 2023.
Am stärksten fiel die Veränderung beim Rhein-Münsterland-Express (RE 7) aus: Hier gingen spontane Ausfälle in den ersten drei Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 71 Prozent zurück. Ähnlich positiv entwickelte sich die Lage bei der Ostwestfalen-Bahn (RB 72), die einen Rückgang um 82 Prozent verzeichnete, während die Rhein-Wupper-Bahn (RB 48) mit 72 Prozent weniger kurzfristigen Streichungen aufwartete.
Die Betreiber haben die Zahl der verkehrenden Züge jedoch nicht erhöht. Stattdessen passten sie die Fahrpläne auf den am stärksten betroffenen Strecken an die verfügbaren Personalkapazitäten an. Dadurch wurden Verspätungen und Ausfälle zwar planbarer – allerdings zum Preis eines insgesamt reduzierten Angebots.
Die Branche wirbt derzeit intensiv um neue Lokomotivführer, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Die Verantwortlichen streben an, bis zur Fahrplanumstellung im Dezember 2025 auf möglichst vielen Linien wieder den vollen Betrieb aufnehmen zu können. Das Ziel lautet, bis 2026 wieder 100 Prozent des ursprünglichen Fahrplans zu erreichen.
Alle drei Verkehrsverbünde in NRW bestätigten die Fortschritte im Rhein-Ruhr-Express-Netz (RRX). Sie betonten, dass zwar weniger Züge kurzfristig ausfielen, der Fokus aber weiterhin auf einer langfristigen Stabilisierung des Betriebs liege.
Die Reduzierung der spontanen Zugausfälle markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer zuverlässigeren Bahn in der Region. Reisende müssen seltener mit überraschenden Störungen rechnen, auch wenn auf einigen Strecken weiterhin ein eingeschränktes Angebot gilt. Die Betreiber arbeiten weiter daran, in den kommenden Jahren die volle Leistungskapazität wiederherzustellen.






