Neues Koordinierungszentrum gegen organisierte Kriminalität in der Rhein-Wupper-Region gegründet
Felix SchneiderNeues Koordinierungszentrum gegen organisierte Kriminalität in der Rhein-Wupper-Region gegründet
Fünf Kommunen in der Rhein-Wupper-Region haben ein neues Koordinierungszentrum zur Bekämpfung der organisierten und Wirtschaftskriminalität ins Leben gerufen. Das Gemeinsame Koordinierungszentrum (GeKo) dient als zentrales Netzwerk für den Austausch von Erkenntnissen, die Risikobewertung und die Abstimmung von Ermittlungsmaßnahmen. Mit einer Landesförderung von 280.000 Euro soll die Initiative die kommunenübergreifende Zusammenarbeit in der Kriminalprävention stärken.
Das GeKo Rhein-Wupper konzentriert sich auf Schwerpunkte wie Banden- und Clankriminalität, Sozialleistungsbetrug, Menschenschmuggel und Geldwäsche. Zudem richtet es den Blick auf Problemimmobilien, Scheinfirmen und andere Strukturen, die mit illegalen Aktivitäten in Verbindung stehen. Durch die Bündelung kommunaler Fachkenntnisse – etwa aus Gewerbeämtern und Liegenschaftsverwaltungen – wird das Zentrum den Strafverfolgungsbehörden wertvolle Ansatzpunkte liefern.
Stefan Grawe mit Sitz in Wuppertal übernimmt die Leitung der Initiative als Koordinator. Ein Lenkungsausschuss sowie feste Ansprechpartner in jeder Kommune unterstützen die Arbeit; die Personalkosten werden von den fünf Gründungsstädten gemeinsam getragen. Das Projekt ist Teil des nordrhein-westfälischen Programms "Interkommunale Zusammenarbeit", das sowohl finanzielle Mittel als auch fachliche Begleitung bereitstellt.
Das GeKo wird eng mit Bundes- und Landesbehörden zusammenarbeiten, darunter Zoll, Polizei und die Landesstelle für Finanzkriminalität. Ziel dieser Kooperation ist es, Ermittlungen zu beschleunigen und die Effizienz zu steigern. Anders als vergleichbare Einrichtungen in der Region – etwa das GeKo Bergisches Land oder das GeKo Ruhr – legt der Rhein-Wupper-Verbund den Fokus auf lokale Kriminalitätsmuster, fördert gleichzeitig aber auch die Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen hinweg.
Über die Strafverfolgung hinaus umfasst der Auftrag des Zentrums den Schutz öffentlicher Einrichtungen und die Stärkung des Vertrauens in demokratische Prozesse. Es berät Kommunen zu Vollzugsstrategien und koordiniert gemeinsame Reaktionen auf grenzüberschreitende Straftaten.
Das GeKo Rhein-Wupper setzt neue Maßstäbe für die kommunale Zusammenarbeit in der Kriminalitätsbekämpfung. Mit Landesförderung und einem strukturierten Netzwerk wird es den Informationsaustausch und die Ermittlungsarbeit in der Region verbessern. Der Erfolg des Projekts könnte ähnliche Vorhaben in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens inspirieren.






