01 November 2025, 22:01

Neues Buch stellt Kapitalismus-Kritiker in der neoliberalen Ära auf die Probe

Ein schwarzer Nissan-Sportwagen mit Cartoon-Plakaten im Hintergrund und einem kleinen Zitat unten.

Neues Buch stellt Kapitalismus-Kritiker in der neoliberalen Ära auf die Probe

Ein neues Buch mit dem Titel *"Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter" untersucht die Herausforderungen, vor denen Kritiker des Kapitalismus und die Linke in der Ära des Neoliberalismus stehen. Es beleuchtet die Komplexität des Neoliberalismus sowie die Reaktionen prominenter Kritiker wie Noam Chomsky, David Harvey, Naomi Klein und Slavoj Žižek. Das Buch vertritt die These, dass das Verständnis der Schwächen der Neoliberalismus-Kritiker entscheidend ist, um die gesellschaftlichen Umbrüche seit den 1970er-Jahren zu begreifen. Es hinterfragt die Erzählung von einem klaren Wandel hin zu einer konsumkritischen Haltung und zeigt auf, dass Konsumkritik bereits während des Nachkriegbooms verbreitet war. Der Band analysiert zudem die Gründung der *Partei des Demokratischen Sozialismus* (PDS) in den 1990er-Jahren, die eine Rückkehr sozialistischer Perspektiven markierte. Allerdings verband ihr Programm identitätspolitische Forderungen mit keynesianischer Wirtschaftspolitik und verdrängte damit antikapitalistische Positionen in den Hintergrund. Beiträge von Roman Köster, Flemming Falz und anderen befassen sich mit den Widersprüchen des Neoliberalismus als analytischer Kategorie sowie der Rolle sozialdemokratischer und linksliberaler Akteure bei der Umsetzung neoliberaler Strukturreformen. Das Buch warnt davor, dass der Begriff "Neoliberalismus" zu einer unvollständigen Kritik führen kann, die sich nur auf eine spezifische Ausprägung des Kapitalismus konzentriert, statt das System als Ganzes infrage zu stellen. *"Krise der Kritik?" bietet wertvolle Einblicke in die Kämpfe der Kapitalismuskritiker und der Linken im neoliberalen Zeitalter. Es stellt vereinfachende Erzählungen infrage und plädiert für ein differenzierteres Verständnis des Neoliberalismus und seiner Kritiker. Indem es die Unfähigkeit der Linken analysiert, eine wirksame Gegenoffensive zu starten, unterstreicht das Buch die Notwendigkeit einer fundierten Kritik am Neoliberalismus – und am Kapitalismus selbst.