09 December 2025, 04:06

Neue IBAN-Prüfung bringt Chaos bei Überweisungen in der Eurozone

Ein Name steht auf einer gelben Tafel.

Neue IBAN-Prüfung bringt Chaos bei Überweisungen in der Eurozone

Seit zwei Monaten prüfen Banken vor Überweisungen den Namen des Empfängers. Was die Sicherheit erhöhen sollte, sorgt auch für Probleme.

  1. Dezember 2025, 04:46 Uhr

Seit zwei Monaten gilt in der Eurozone eine neue Sicherheitsprüfung für Banküberweisungen. Das System verlangt von den Banken, vor der Abwicklung von Zahlungen zu überprüfen, ob der Name des Empfängers mit der IBAN übereinstimmt. Zwar soll die Maßnahme Betrug erschweren, doch sie führt bei Privatpersonen und Unternehmen zu unerwarteten Komplikationen.

Die Regelung wurde eingeführt, um Betrug zu bekämpfen, indem sichergestellt wird, dass der vom Absender eingegebene Name mit den Kontodaten des Empfängers übereinstimmt. Bei Abweichungen erhalten Kunden eine Warnung und müssen bestätigen, ob die Überweisung trotzdem erfolgen soll. Doch exakte Übereinstimmungen sind selten – selbst kleine Unterschiede können Warnmeldungen auslösen oder Transaktionen komplett blockieren.

Besonders betroffen sind Unternehmen und Behörden. Ihre offiziell eingetragenen Firmennamen weichen oft von den in den Banksystemen hinterlegten Versionen ab, was häufig zu Fehlermeldungen führt. Der Europäische Zahlungsverkehrsrat (European Payments Council) empfiehlt Banken, keine zusätzlichen Informationen weiterzugeben, die über die vom Absender gemachten Angaben hinausgehen. Diese Richtlinien sind jedoch rechtlich nicht bindend.

Die Prüfungen gelten derzeit nur für Überweisungen zwischen Girokonten innerhalb der Eurozone. Ab Sommer 2027 werden sie auf die gesamte EU ausgeweitet. Doch es herrscht weiterhin Unklarheit, da Banken unterschiedlich bewerten, was als "ausreichende Übereinstimmung" gilt. Manche zeigen den korrekten hinterlegten Namen an, andere melden lediglich Fehler – oft ohne verständliche Erklärungen.

Verbraucherschützer raten, solche Warnungen ernst zu nehmen. Kunden sollten sowohl die IBAN als auch die Empfängerangaben vor der Bestätigung einer Überweisung sorgfältig prüfen.

Zwar soll das System die Sicherheit erhöhen, doch seine Einführung hat zu Inkonsistenzen und Verzögerungen geführt. Kunden müssen sich nun mit Warnungen und möglichen Ablehnungen auseinandersetzen, wenn sie Geld überweisen. Da keine öffentlichen Daten vorliegen, welche Banken die neuen Regeln bereits vollständig umgesetzt haben, könnte der Übergang noch einige Zeit ungleichmäßig verlaufen.