06 December 2025, 04:07

Münsters Südost-Rat stimmt über umstrittene Straßenumbenennung in Gremmendorf ab

Menschen auf einer Straße vor der Stadt, mit einem Kreuz und Blumensträußen im Vordergrund, fahrende Autos im Hintergrund und Gebäude, Bäume und Straßenlaternen weiter hinten.

Münsters Südost-Rat stimmt über umstrittene Straßenumbenennung in Gremmendorf ab

Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennung in Gremmendorf

  1. Dezember 2025

Zwei Straßen im Münsteraner Stadtteil Gremmendorf könnten bald ihre kolonial geprägten Namen verlieren. Lüderitzweg und Woermannstraße stehen seit Jahren in der Kritik, da sie an Adolf Lüderitz und Adolph Woermann erinnern – Persönlichkeiten, die mit Gräueltaten in Namibia in Verbindung gebracht werden. Die Stadtverwaltung empfiehlt nun nach einer umfassenden Prüfung der historischen Bezüge zu Rassismus und NS-Propaganda, beide Straßen umzubenennen.

Die Initiative zur Umbenennung begann zwischen 2020 und 2025, als mehrere Bürgeranträge nach §24 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalens eingereicht wurden. Die Antragsteller argumentierten, Lüderitz und Woermann hätten rassistische und kolonialistische Ansichten vertreten und seien direkt am Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 beteiligt gewesen. Später bestätigte die Stadtverwaltung, dass beide Straßen während der NS-Zeit benannt wurden und damals propagandistischen Zwecken dienten.

Am 9. Dezember 2025 wird abgestimmt, ob Lüderitzweg und Woermannstraße umbenannt werden. Bei einer Zustimmung wäre dies ein weiterer Schritt Münsters, um sich mit seinem kolonialen Erbe auseinanderzusetzen. Der Beschluss folgt auf jahrelange öffentliche Debatten, historische Recherchen und verwaltungsinterne Prüfungen.