Münsters Startup eeden revolutioniert Recycling: Aus Altkleidern werden neue Rohstoffe
Felix SchneiderMünsters Startup eeden revolutioniert Recycling: Aus Altkleidern werden neue Rohstoffe
Münstersches Startup eeden verwandelt Altkleider in Rohstoffe und kämpft gegen Textilmüll
Das in Münster ansässige Startup eeden geht die Abfallkrise der Textilindustrie an, indem es alte Kleidung in frische Rohstoffe umwandelt. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, Baumwolle und Polyester zu trennen – zwei der gängigsten Materialien in der Fast-Fashion-Branche. Mit einer neuen EU-Verordnung, die ab 2025 die getrennte Sammlung von Textilabfällen vorschreibt, bereitet sich eeden darauf vor, seine Aktivitäten auszubauen.
Die Gründer Steffen Gerlach und Reiner Mantsch starteten eeden, nachdem sie das wirtschaftliche Potenzial einer Kreislaufwirtschaft erkannt hatten. Ihr Ansatz zielt auf ein drängendes Problem ab: Weltweit landen über 85 Prozent der weggeworfenen Kleidung auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen. Allein in den USA wirft jeder Mensch im Schnitt etwa 37 Kilogramm Textilien pro Jahr weg.
Das Unternehmen hat bereits über 20 Millionen Euro eingesammelt, um in Münster eine industrielle Demonstrationsanlage zu errichten. Diese wird Textilabfälle in hochwertige Zellulose und chemische Bestandteile verarbeiten – und so die Herstellung neuer Fasern und wiederverwendbaren Polyesters ermöglichen. Deutschlands starke technologische Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte machen das Land zum idealen Standort für solche Innovationen.
Mittlerweile beschäftigt eeden mehr als 25 Mitarbeiter, darunter Fachleute von Großkonzernen wie BASF. Das Unternehmen fördert eine kollaborative Kultur und lässt Mitarbeiter sogar bei der Gestaltung von Richtlinien mitwirken, etwa bei flexiblen Büropräsenzregelungen. Über Deutschland hinaus plant eeden, seine Technologie weltweit zu lizenzieren – ein Beweis dafür, dass nachhaltige Geschäftsmodelle profitabel sein können.
Die bevorstehende EU-Regelung zur Textilabfallsammlung wird eeden mit einer stetigen Rohstoffquelle versorgen. Indem das Unternehmen ausrangierte Stoffe in wiederverwendbare Ressourcen umwandelt, will es Deponiemüll reduzieren und die Produktionskosten der Modebranche senken. Sein Erfolg könnte weltweit Maßstäbe für Lösungen der Kreislaufwirtschaft setzen.