Münster: Mieter zahlen dreimal mehr nach Wärmepumpen-Umstellung durch LEG
Charlotte SimonMünster: Mieter zahlen dreimal mehr nach Wärmepumpen-Umstellung durch LEG
Mieter in Münster kämpfen mit drastisch gestiegenen Heizkosten nach Umstellung auf Wärmepumpen
Nach der Einführung eines neuen Wärmepumpensystems durch ihren Vermieter sehen sich Mieter eines Wohnkomplexes in Münster mit stark erhöhten Heizkosten konfrontiert. Die von der Wohnungsbaugesellschaft LEG umgesetzten Änderungen werfen Fragen zur Transparenz und Bezahlbarkeit auf. Nach einem Bericht des NDR hat das Unternehmen seine weiteren Modernisierungspläne vorerst gestoppt – wie es nun weitergeht, bleibt unklar.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die Entscheidung von LEG, dezentrale Wärmepumpen in einzelnen Wohnungen einzubauen und damit die bisherigen Gas-Etagenheizungen zu ersetzen. Statt einer klassischen Modernisierung setzte das Unternehmen auf ein Contracting-Modell – und umging damit eine Ausschreibung. Bei diesem System zahlen Mieter eine monatliche Grundgebühr von 140 Euro, noch bevor sie überhaupt heizen. Für Ines Rodriguez, eine betroffene Mieterin, bedeutet das jährliche Kosten von 2.486 Euro – 806 Euro mehr als mit ihrer alten Gasheizung.
Kritiker bemängeln, dass das Modell Mieter unzumutbar belastet. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen bezeichnet den Ansatz als problematisch und verweist auf fehlende Kostenkontrollen. Normalerweise begrenzt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die Umlage von Modernisierungskosten auf 0,50 Euro pro Quadratmeter – doch Contracting-Verträge befreien Vermieter von dieser Obergrenze. Bei LEG liegen die neuen Kosten bei 1,80 Euro pro Quadratmeter, mehr als das Dreifache des gesetzlichen Höchstsatzes.
Der Bundesverband Wärmepumpe verteidigt Contracting zwar als legitimes Geschäftsmodell, betont aber die Notwendigkeit transparenter und fairer Preise. Zudem können Vermieter eigene Tochterfirmen gründen, um Wärmepumpen-Dienstleistungen anzubieten – und so ohne Wettbewerb von der Muttergesellschaft profitieren. Nach medialer Kritik hat LEG die weiteren Modernisierungsarbeiten in Münster vorläufig eingestellt, eine Alternative steht jedoch noch aus.
Die Pause im Modernisierungsprogramm von LEG lässt die Mieter in Unsicherheit zurück – viele sind bereits an die höheren Zahlungen gebunden. Ohne Änderungen am Contracting-Modell könnten ähnliche Kostenexplosionen drohen, wenn weitere Mietwohnungen von Gas auf Wärmepumpen umgestellt werden. Der Fall zeigt Lücken im Mieterschutz bei den aktuellen Energieregelungen auf.






