03 April 2026, 06:03

Münster blickt kritisch auf seine koloniale Vergangenheit zurück

Plakat, das den "ballon captif" auf der Exposition Universelle 1900 ankündigt, mit Heißluftballons, Gebäuden, Bäumen und Himmel sowie Text über das Ereignis.

Münster blickt kritisch auf seine koloniale Vergangenheit zurück

Münster setzt sich mit kolonialer Vergangenheit auseinander – neues Bildungsprojekt gestartet

Das "Themenraum Kolonialismus" vereint 15 lokale Einrichtungen, um Münsters Verbindungen zur deutschen Kolonialgeschichte aufzuarbeiten. Zwischen 1884 und 1918 beherrschte das Deutsche Reich Gebiete in Afrika, im Pazifik und in China – viele davon bereicherten Menschen in Münster durch Ausbeutung.

Federführend sind das Stadtmuseum, das Historische Seminar und das Institut für Geschichtsdidaktik der Universität Münster. Für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen finden am 8. und 9. Oktober spezielle Studientage statt. Eine Anmeldung für die Veranstaltungen ist nicht erforderlich, doch Gruppen, die den benachbarten Arbeitsraum nutzen möchten, müssen sich vorher telefonisch oder über die Website des Museums anmelden.

Am 11. Oktober um 16 Uhr gibt es eine öffentliche Führung durch die Ausstellung. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Die Schau thematisiert auch die bis heute nachwirkenden Folgen des "kolonialen Blicks", der die Menschen in diesen Regionen als minderwertig betrachtete.

Weitere Ausstellungen in Münster Im Stadtmuseum an der Salzstraße ist ab dem 10. Oktober ein Foto des ersten Jugendwettbewerbs des Landesverbands Nordrhein-Westfalen im Deutschen Aero Club zu sehen. Die Veranstaltung findet zu Ehren von Ferdinand Eimermacher statt.

Noch bis zum 12. Oktober läuft die Ausstellung "Pan Walther (1921–1987) – Sara-la-Kâli. Die Wallfahrt in Saintes-Maries-de-la-Mer". Walters Fotografien halten den ursprünglichen Charakter der Pilgerfahrt fest, bevor der Tourismus sie veränderte.

Auch andere Städte setzen sich mit dem Kolonialerbe auseinander In Mannheim zeigt das MARCHIVUM vom 21. März bis zum 27. September 2026 die Ausstellung "Verstrickt. Kolonialismus und Mannheim". Berlin bietet dauerhafte Präsentationen wie "zurückgeschaut" im Museum Treptow sowie Führungen durch das Afrikanische Viertel an.

Der "Themenraum Kolonialismus" macht Münsters Bezüge zur deutschen Kolonialzeit sichtbar. Schülerinnen, Schüler und die Öffentlichkeit können sich über Ausstellungen, Führungen und Studientage mit dem Thema beschäftigen. Das Projekt reiht sich ein in ähnliche Initiativen in Mannheim und Berlin – ein Zeichen für die bundesweite Auseinandersetzung mit dieser Geschichte.

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