04 March 2026, 15:17

"Miss Germany" 2026: Warum dieses Finale über Schönheit hinausgeht

Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

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Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – in einem Wettbewerb, der nun Führungskraft und Innovation in den Mittelpunkt stellt. Neun Frauen, darunter Unternehmerinnen, eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr, treten im Finale an. Unter ihnen sind zwei Finalistinnen mit Hijab, die im Netz bereits für ihre angeblich "nicht deutsche genug" wirkende Identität angefeindet wurden.

Der Wettbewerb 2026 hat sich von klassischen Schönheitsidealen verabschiedet und setzt stattdessen auf beruflichen Erfolg und gesellschaftliches Engagement. Die Veranstalter suchen weniger nach typischen Schönheitsköniginnen als vielmehr nach zukünftigen DAX-Vorständinnen und Gründerinnen. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und nutzt KI, um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens voranzutreiben.

Vier der neun Finalistinnen leiten nachhaltige oder sozialinnovative Unternehmen. Amelie Reigl entwickelt im Labor gezüchtete Haut, um Tierversuche zu reduzieren. Büsra Sayed, eine 27-jährige Unternehmerin aus Berlin, gründete Caramella, ein Modelabel für bescheidene Mode, das die Sichtbarkeit von Hijabs fördert. Amina Ben Bouzid, 28, aus Wiesbaden, unterstützt frauengeführte Marken beim Wachstum. Auch die Gründerin von JONA Curly Hair Care ist dabei – sie setzt sich für die Sichtbarkeit von Afro-Haar und Locken ein.

Sowohl Sayed als auch Ben Bouzid wurden seit ihrer Nominierung mit Rassismus konfrontiert. Kritiker behaupten, ihr Hijab mache sie "nicht deutsch genug". Sayed, die in der Kategorie "Female Founder" antritt, wehrt die Hasskommentare ab und bezeichnet ihre Teilnahme als Ehre. Ben Bouzid, Finalistin in der Kategorie "Female Leader", sagt, sie vergesse oft, dass sie ein Hijab trägt – für sie sei es völlig normal.

Das Finale wird Frauen präsentieren, die in Wirtschaft, Wissenschaft und gesellschaftlichem Wandel Barrieren durchbrechen. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid stellt veraltete Vorstellungen von deutscher Identität infrage. Ihr Auftritt neben anderen Innovatorinnen spiegelt die neue Ausrichtung des Wettbewerbs wider: Führungskraft steht über traditioneller Schönheitskultur.

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