08 December 2025, 22:02

Merz rudert bei „Stadtbild“-Äußerung zurück – doch an Migrationskurs hält er fest

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Pfählen, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Friedrich Merz gibt Missverständnis in 'Stadtbild'-Bemerkung zu - Merz rudert bei „Stadtbild“-Äußerung zurück – doch an Migrationskurs hält er fest

Friedrich Merz räumt Missverständnisse bei „Stadtbild“-Äußerung ein

Friedrich Merz räumt Missverständnisse bei „Stadtbild“-Äußerung ein

  1. Dezember 2025, 20:22 Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine jüngsten Aussagen zu Migration und städtischem Verfall präzisiert – und dabei Kritik an seiner Wortwahl eingeräumt. Zwar gab er zu, dass seine Bemerkungen über das „Stadtbild“ zu Fehlinterpretationen geführt hätten, doch an seiner grundsätzlichen Haltung zu einer strengeren Migrationspolitik hielt er fest.

Merz hatte im Oktober eine Debatte ausgelöst, als er die Migrationspolitik mit Veränderungen im Erscheinungsbild deutscher Städte verknüpfte. Damals forderte er eine klarere Kommunikation zu dem Thema.

In seiner umstrittenen Äußerung im Oktober behauptete Merz, dass frühere Fehler in der Migrationspolitik das „Stadtbild“ – also das städtische Erscheinungsbild – Deutschlands beeinträchtigten. Kritiker warfen ihm vor, damit implizit zu unterstellen, dass Migration die Lebensqualität in den Städten verschlechtere. Nun räumte er ein, seine Formulierung könne missverstanden werden, betonte jedoch, seine ursprüngliche Absicht sei für diejenigen erkennbar gewesen, die „gutgläubig“ zuhörten.

Gleichzeitig bekräftigte er seine harte Linie in der Migrationsfrage, die er bereits 2024 skizziert hatte. Damals hatte er eine fast vollständige Abweisung von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen gefordert, um irreguläre Migration einzudämmen. Zudem setzte er sich für Abschiebungen nach Syrien, einen Stopp für Neuankömmlinge und strengere Obergrenzen basierend auf der Integrationsfähigkeit ein. Diese Maßnahmen seien seiner Ansicht nach notwendig, um die öffentliche Ordnung zu wahren.

Trotz seiner strengen Haltung betonte Merz, dass Deutschland weiterhin auf Zuwanderung angewiesen sei – insbesondere in systemrelevanten Bereichen. Er würdigte die Beiträge von Migrantinnen und Migranten in der Gesundheitsversorgung und Pflege und plädierte für eine differenziertere Diskussion. Gleichzeitig wiederholte er, dass sich alle in Deutschland Lebenden an die Regeln des Landes halten müssten.

Der Kanzler gab zu, seine Position hätte früher präziser dargelegt werden müssen. Zwar warnte er davor, dass einige deutsche Städte „in vollständigen Verfall“ gerieten, doch eine direkte Schuldzuweisung an die Migration vermied er.

Mit seinen jüngsten Aussagen versucht Merz, eine Balance zwischen einer kompromisslosen Haltung gegenüber irregulärer Migration und der Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung von Zuwanderung zu finden. Sein Appell für eine bessere Kommunikation folgt auf monatelange Kontroversen um seine „Stadtbild“-Äußerungen. Die Debatte über die deutsche Migrationspolitik und ihre Auswirkungen auf die Städte wird voraussichtlich weitergehen.