Medienkonzentration in NRW: Zwei Großdeals verändern die Zeitungslandschaft
Charlotte SimonMedienkonzentration in NRW: Zwei Großdeals verändern die Zeitungslandschaft
Zwei große Zeitungsdeals erschüttern die regionale Medienlandschaft in Deutschland
In den vergangenen Wochen haben zwei bedeutende Zeitungsübernahmen die regionale Medienbranche in Deutschland in Bewegung gebracht. Ende Februar wechselte die Kölnische Rundschau den Besitzer, während die Rheinische Post Anfang März Pläne zur Ausweitung ihres Einflussbereichs bekannt gab. Diese Entwicklungen deuten auf einen Trend hin: Immer weniger, dafür größere Verlagsgruppen prägen die Branche.
Ende Februar übernahm das Verlagshaus DuMont die Kölnische Rundschau von Heinen Verlag. Damit vollzog sich der erste größere Eigentümerwechsel der Kölner Tageszeitung seit Langem.
Nur wenige Tage später kündigte die Rheinische Post an, mehrere westfälische Zeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu übernehmen. Sollte der Deal zustande kommen, würde die Rheinische Post zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen aufsteigen.
Die kartellrechtliche Prüfung solcher Fusionen obliegt dem Bundeskartellamt. Allerdings konzentriert sich die Behörde dabei ausschließlich auf den Wettbewerb in den Leser- und Werbemärkten. Gesetzlich ist es dem Amt nicht erlaubt, mögliche Auswirkungen auf die journalistische Vielfalt oder die Meinungsbreite für die Leserschaft zu berücksichtigen.
Die jüngsten Übernahmen unterstreichen einen wachsenden Trend: Immer mehr kleine, unabhängige Verlage werden von großen Medienkonzernen übernommen. Durch die Deals der Rheinische Post und von DuMont wird sich die Konzentration der Zeitungsbesitzer in Nordrhein-Westfalen weiter verstärken – während die regulatorischen Kontrollen allein auf den Marktwettbewerb beschränkt bleiben.






