03 March 2026, 06:22

Massive Proteste in Dortmund gegen Björn Höckes umstrittenen AfD-Auftritt

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und einige fahren Fahrräder, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

Massive Proteste in Dortmund gegen Björn Höckes umstrittenen AfD-Auftritt

Über 3.300 Menschen versammelten sich in Dortmund, um gegen den Auftritt des rechtsextremen Politikers Björn Höcke bei einem Neujahrsempfang der AfD zu protestieren. Die Veranstaltung, die zunächst von Bürgermeister Alexander Kalouti untersagt worden war, fand statt, nachdem ein Gericht das Verbot aufgehoben hatte. Demonstranten, darunter auch der Bürgermeister selbst, füllten den Friedensplatz, um gegen Höckes Anwesenheit im Rathaus zu protestieren.

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Die Kundgebung wurde von den Jungen Sozialisten (Jusos), den Grünen und der Linksjugend organisiert. Michelle Gnatzy von den Jusos begründete die Haltung der Gruppe: Man wolle "Feinden der Demokratie" nicht erlauben, öffentliche Räume wie das Rathaus für ihre Zwecke zu nutzen, und warnte davor, dass dies extremistische Positionen normalisieren würde. Die Polizei meldete eine deutlich größere Menschenmenge als erwartet – über 3.000 Teilnehmer statt der von den Organisatoren prognostizierten 600.

Bürgermeister Kalouti hatte die Genehmigung für die Veranstaltung ursprünglich entzogen, als Höckes Beteiligung bekannt wurde. Die AfD focht die Entscheidung jedoch erfolgreich in einer Eilverhandlung an und zwang die Stadt damit, den Empfang zuzulassen. Höcke betrat das Rathaus durch die Tiefgarage, um den Demonstranten auszuweichen, und sprach vor etwa 280 Gästen über lokale politische Themen.

Kritik kam auch aus den Reihen der etablierten Politik. Der SPD-Landtagsabgeordnete Volkan Baran warf Kalouti vor, die Situation falsch gehandhabt zu haben, und argumentierte, der Bürgermeister habe zu spät reagiert. Kalouti blieb jedoch standhaft und betonte, er könne Höckes Anwesenheit im Rathaus nicht tolerieren. Aus Solidarität schloss er sich der Demonstration an.

Trotz des breiten Widerstands fand die Veranstaltung statt, und Höcke hielt vor den Anwesenden eine Rede zu kommunalpolitischen Themen. Die große Protestkundgebung unterstrich den tief verwurzelten Widerstand gegen rechtsextremen Einfluss in der lokalen Politik. Gleichzeitig wirft der juristische Streit und die öffentliche Empörung Fragen auf, wie Städte künftig umstrittene politische Zusammenkünfte einschränken können.