Marderhund-Plage im Heidekreis eskaliert: 70 Tiere bereits erlegt – doch die Invasion geht weiter
Felix SchneiderMarderhund-Plage im Heidekreis eskaliert: 70 Tiere bereits erlegt – doch die Invasion geht weiter
Ausbreitung der Marderhunde im Heidekreis erreicht kritisches Ausmaß – Behörden sprechen von unhaltbarer Plage
Im Heidekreis hat sich die Ausbreitung der Marderhunde zu einem kritischen Problem entwickelt, das nach Einschätzung der Behörden nicht mehr tragbar ist. Allein in Munster wurden seit Beginn der Jagdzeit am 1. April bereits über 70 der invasiven Tiere erlegt. Lokale Stellen beschreiben die Lage mittlerweile als nicht mehr lokal beherrschbar und fordern ein abgestimmtes Vorgehen.
Im vergangenen Jahr hatten Jäger in Munster 26 Marderhunde getötet – ein deutlicher Anstieg gegenüber null im Vorjahr. Die anpassungsfähigen Tiere richten mittlerweile flächendeckend Schäden an, indem sie Vogelnester und Eichhörnchenbaue plündern und sogar über Dachböden und Kamine in Wohnhäuser eindringen. Peter Westermann, Vorsitzender des regionalen Jagdverbandes, bezeichnet die Situation als "enorm" und betont, dass die Population aktiv reguliert werden müsse, um die heimische Tierwelt zu schützen.
Laut Brammer, einem lokalen Beamten, ist das Problem zum Teil hausgemacht: Das Füttern wildlebender Tiere – einschließlich der Marderhunde – locke Ratten in Gärten und begünstige die Schädlingsausbreitung. Einige Anwohner würden die Tiere sogar bewusst in ihre Häuser locken und verschärften so die Lage. Die Freilassung gefangener Marderhunde trage zudem kaum dazu bei, die Schäden zu verringern, die sie im Laufe ihres Lebens anrichten.
Um die Krise einzudämmen, hat der Landkreis finanzielle Unterstützung für Jagdvereine zugesagt. Geplant ist unter anderem die Bildung spezialisierter Teams innerhalb der Vereine, die schnell auf Marderhund-Sichtungen reagieren können. Brammer setzt sich zudem für landesweite Richtlinien zur Bejagung weiterer invasiver Arten wie Dachse und Marder in ruhigeren ländlichen Gebieten ein.
Während Marderhunde in Ost- und Norddeutschland seit den 1980er-Jahren – aus entkommenen Nerzfarmen – rasant Fuß fassen, sind ihre Bestände in westlichen Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg noch geringer. Im Heidekreis jedoch hat sich die Population explosionsartig vermehrt, sodass die Behörden nun handeln müssen, bevor weitere ökologische Schäden entstehen.
Mit über 70 erlegten Marderhunden allein in dieser Saison unterstreicht Munster das Ausmaß der Invasion. Durch die bereitgestellten Mittel und die neuen Meldeteams soll der Einfluss der Tiere auf heimische Arten und Eigentum begrenzt werden. Die Behörden warnen: Ohne konsequente Gegenmaßnahmen werde sich das Problem weiter verschärfen.






