Machtkampf in der NRW-AfD: Jacobi und Zaum fordern Vincentz heraus
Felix SchneiderMachtkampf in der NRW-AfD: Jacobi und Zaum fordern Vincentz heraus
In der nordrhein-westfälischen AfD formiert sich eine Führungsherausforderung. Fabian Jacobi und Christian Zaum haben sich zusammengeschlossen, um den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz abzulösen. Ihr Vorstoß legt tiefe Gräben innerhalb der Partei offen, wobei verfeindete Lager jeweils eine der beiden Seiten unterstützen.
Der Machtkampf ist das Ergebnis monatelanger internen Streitigkeiten über Personalentscheidungen und die ideologische Ausrichtung der Partei. Vincentz' Kritiker werfen ihm Vetternwirtschaft vor, während seine Gegner die Kandidatur des Duos Jacobi-Zaum unterstützen.
Die Rivalität nahm im Spätherbst 2025 konkrete Formen an, als Jacobi und Zaum ihre gemeinsame Bewerbung bekanntgaben. Seither hat Jacobi etwa 40 Prozent der Fraktion hinter sich vereint, wobei er besonders starke Unterstützung aus dem hardlineren Flügel der Partei erhält. Sein Einfluss treibt die AfD in Richtung einer noch strengeren Anti-Migrationspolitik. Zaum hingegen konnte rund 25 Prozent der Gemäßigteren für sich gewinnen, die Gespräche mit CDU und CSU – vor allem in ostdeutschen Bundesländern wie Thüringen und Sachsen – nicht ausschließen wollen.
Jacobi bleibt eine umstrittene Figur. Viele einfache Mitglieder machen ihn für den Ausschluss der AfD von der Bremer Senatswahl 2023 mitverantwortlich. Auch Zaum steht intern in der Kritik, unter anderem wegen eines Parteiausschlussverfahrens, das ihm vorwirft, neue Mitglieder blockiert zu haben. Ihr Wahlkampf profitiert jedoch von Vincentz' innerparteilichen Widersachern, darunter zwei seiner Stellvertreter – Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias – sowie der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich.
Kritiker werfen Vincentz vor, bei Disziplinarfragen inkonsistent zu agieren, und verweisen auf seine Protegierung von Loyalisten wie Klaus Esser. Die internen Querelen haben den Landesverband zersplittert; persönliche Konflikte überlagern zunehmend die sachpolitischen Debatten.
Die anstehende Abstimmung über die Parteiführung wird entscheiden, ob Vincentz an der Spitze bleibt oder ob das Duo Jacobi-Zaum die AfD neu ausrichtet. Ein Sieg der Herausforderer könnte die Partei weiter nach rechts rücken – oder aber Türen für Sondierungsgespräche mit den bürgerlichen Konservativen öffnen. Das Ergebnis wird auch zeigen, wie die AfD künftig mit ihren inneren Spannungen umgeht.