Vertretungslehrer soll in Kochshows aufgetreten sein - Lehrer kocht in TV-Shows – trotz monatelanger Krankschreibung
Ein Lehrer in Nordrhein-Westfalen sieht sich disziplinarischen Maßnahmen gegenüber, nachdem er während einer langfristigen Krankschreibung in Fernseh-Kochsendungen aufgetreten ist. Der Fall hat Forderungen nach strengeren Kontrollen von krankmeldungen ausgelöst. Beamte fragen sich nun, wie oft solche Vorfälle unbemerkt bleiben.
Der Lehrer, Frank L., war von September 2024 bis August 2025 krankgeschrieben. In dieser Zeit soll er an zwei TV-Kochformaten teilgenommen haben. Die Bezirksregierung Köln prüfte seine Angaben und leitete ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein.
Bundesweit gerät das Thema Langzeiterkrankungen unter Schulpersonal zunehmend in die Kritik. Im Zuständigkeitsbereich des Bildungsministeriums befinden sich derzeit 1.388 Beschäftigte in längerer krankschreibung – doch nur 55 Prozent von ihnen wurden offiziell ärztlich untersucht, um ihren Gesundheitszustand zu überprüfen.
Die Kritik wird lauter: Die FDP-Politikerin Franziska Müller-Rech fordert ein wirksameres System. Sie argumentiert, dass Schulen verlässliche Methoden benötigen, um zu bewerten, ob langzeitkranke Lehrer tatsächlich arbeitsunfähig sind.
Die Bezirksregierung hat nun erste Schritte eingeleitet, um den konkreten Fall des Lehrers zu klären. Das Disziplinarverfahren soll zeigen, ob weitere Konsequenzen notwendig sind. Gleichzeitig bleibt das grundsätzliche Problem unkontrollierter krankschreibungen im Bildungsbereich weiterhin ungelöst.