"Kreise öffnen sich": Wie Kunst 50 Jahre Gebietsreform neu erzählt
Charlotte Simon"Kreise öffnen sich": Wie Kunst 50 Jahre Gebietsreform neu erzählt
"Kreise öffnen sich" – Kunstausstellung zum 50. Jubiläum der Gebietsreform im Rheinisch-Bergischen Kreis
Eine neue Kunstausstellung mit dem Titel "Kreise öffnen sich" würdigt das 50-jährige Jubiläum der Verwaltungsreform im Rheinisch-Bergischen Kreis. Vom 7. Oktober bis zum 6. November 2025 im Kreishaus in Bergisch Gladbach zu sehen, präsentiert die Schau neun regionale Künstler:innen, die sich mit den Themen Grenzen, Identität und kulturelle Zugehörigkeit auseinandersetzen.
Die ausgestellten Werke hinterfragen die Geschichte des Kreises aus zeitgenössischer Perspektive und verbinden persönliche Erzählungen mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Ausstellung vereint Installationen, Fotografie und neu interpretierte historische Dokumente. Veronika Moos steuert ein großes, geknüpftes Netz bei, das im Foyersaal schwebt – seine filigranen Muster spiegeln die geografischen Umrisse des Rheinisch-Bergischen Kreises wider. Jutta Dunkels crossmediale Arbeit hingegen verwebt eine alte lokale Legende mit aktuellen Debatten über Vertreibung und die Natur von Wahrheit.
Der bildende Künstler David wählte einen anderen Ansatz: Er dekonstruierte die Wappenmotive der kreiszugehörigen Gemeinden und ersetzte traditionelle Elemente durch kühne, abstrakte Zeichen. In der Nähe zeigt Claudia Betzin künstlerisch überarbeitete Versionen historischer Kreiskarten und lädt Betrachter:innen ein, die prägende Kraft von Grenzen neu zu bedenken.
Fotograf Michael Wittassek konzentrierte sich auf die physischen Ränder der Region – er hielt markante Grenzsteine fest und arrangierte sie auf beweglichen Rollwänden. Seine Arbeit stellt die vermeintliche Unveränderlichkeit territorialer Linien infrage. Helga Mohls hingegen richtete ihren Blick auf die ältesten Bäume des Kreises, lebendige Denkmäler, die eng mit der Geschichte ihrer Umgebung verbunden sind.
Margret Schopkas Videoinstallation bietet einen tief persönlichen Einblick in die Themen Umzug und Heimat. Sie dokumentiert ihren Wechsel von Hamburg nach Overath vor 34 Jahren und reflektiert, wie Ort und Identität über die Zeit ineinandergreifen.
Die Reform von 1975, durch die der Rheinisch-Bergische Kreis entstand, veränderte die lokale Verwaltung grundlegend. Doch wie sich dies im Alltag von Städten wie Bensberg, Bergisch Gladbach oder Porz auswirkte, ist kaum dokumentiert. Die Ausstellung schließt diese Lücke, indem sie künstlerischen Ausdruck mit historischer Recherche verbindet.
Der Eintritt ist frei, die Ausstellung bleibt bis zum 6. November 2025 für die Öffentlichkeit zugänglich. Mit vielfältigen Medien – von Textilkunst und Video über Fotografie bis hin zu Kartografie – zeigen die Künstler:innen, wie administrative Veränderungen Kultur, Erinnerung und den Alltag prägen. Besucher:innen sind eingeladen, im Kreishaus Bergisch Gladbach zu erkunden, wie die Vergangenheit des Kreises seine Gegenwart weiterhin formt.






