Krefelds Einzelhandel kämpft trotz mehr Besuchern mit sinkenden Umsätzen 2025
Moritz NeumannKrefelds Einzelhandel kämpft trotz mehr Besuchern mit sinkenden Umsätzen 2025
Einzelhändler in Krefeld durchlebten 2025 ein weiteres schwieriges Jahr – trotz gestiegener Besucherzahlen
Trotz eines Anstiegs der Fußgängerfrequenz verzeichneten Einzelhändler in Krefeld auch 2025 ein enttäuschendes Jahr. Mehr als die Hälfte der Unternehmen im Unternehmensregister Nordrhein-Westfalens meldete rückläufige Umsätze, und viele rechnen auch für 2026 mit kaum Besserung. Besonders die Weihnachtszeit fiel schwach aus: Die Konsumlaune blieb verhalten, während die Kosten weiter stiegen.
Die Hochstraße in Krefeld verzeichnete zwar rund 180.000 Besucher mehr als im Vorjahr, doch die Umsätze legten nicht zu. Die Händler machten eine Mischung aus Problemen dafür verantwortlich: zurückhaltende Käufer, steigende Preise, höhere Löhne und Verzögerungen bei städtischen Projekten. Übermäßige Bürokratie verschärfte die Lage zusätzlich und erschwerte es den Geschäften, sich anzupassen.
Die Weihnachtsaison 2025 zählte zu den schwächsten der letzten Jahre – über die Hälfte der Unternehmen bewertete sie als noch schlechter als 2024. Markus Ottersbach, Vorsitzender des regionalen Einzelhandelsverbands, betonte, dass Krefelds Probleme einen bundesweiten Rückgang der Kundenfrequenz widerspiegeln. Er warnte, dass traditionelle Läden langfristig nur überleben könnten, wenn sie sich modernisierten – etwa durch bessere digitale Angebote und ein verbessertes Einkaufserlebnis.
Nicht alle Entwicklungen waren negativ: Großprojekte wie der modernisierte Hauptbahnhof und die Erweiterung des Rheinhafens schafften über 1.200 neue Arbeitsplätze und steigerten die Steuereinnahmen um 8 Prozent. Die Aufwertung zog zudem neue Händler wie H&M und Lidl in zuvor leerstehende Flächen. Bis Anfang 2026 stieg die Besucherzahl in der Innenstadt um 15 Prozent.
Für die Zukunft plant Krefeld eine Sonderkampagne sowie das neue "Innenstadt-Belebungspaket", um die gestiegenen Besucherzahlen in Umsätze umzuwandeln. Die Erwartungen für 2026 in der Region sind jedoch gespalten: Während fast ein Drittel der Unternehmen mit Wachstum oder stabilen Umsätzen rechnet, geht die Mehrheit von Stagnation aus.
Krefelds Einzelhändler stehen nun vor der Herausforderung, mehr Besucher in Käufer zu verwandeln. Zwar sorgen Infrastrukturverbesserungen bereits für mehr Laufkundschaft – doch ob die neuen Initiativen der Stadt die Umsätze 2026 beleben können, bleibt abzuwarten. Unterdessen kämpfen Unternehmen im Unternehmensregister Nordrhein-Westfalens weiterhin mit schwacher Nachfrage und steigenden Kosten.






