20 December 2025, 21:06

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Eine Gruppe von Menschen mit Kameras, mit mehreren Stühlen im Hintergrund.

Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?

Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Personal schützen?

Teaser: Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter nehmen zu. NRW-Kliniken testen Bodycams als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo die Grenzen liegen.

Veröffentlichungsdatum: 19. Dezember 2025, 19:36 Uhr

Artikeltext: Die Gewalt gegen Krankenhauspersonal in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Als Reaktion darauf plant das Dortmunder Klinikum, bis 2026 Bodycams für Mitarbeiter einzuführen. Das Vorhaben soll die Beschäftigten schützen und die wachsende Aggression in medizinischen Einrichtungen eindämmen.

Allein zwischen 2017 und 2024 stiegen die gewalttätigen Vorfälle in NRW-Krankenhäusern um über 34 Prozent. Den stärksten Anstieg verzeichnete das Jahr 2022 mit einem Plus von 22 Prozent, gefolgt von einem weiteren Anstieg um fast 9 Prozent im Jahr 2023. Im vergangenen Jahr wurden 1.705 Fälle registriert – von Körperverletzungen über Raub bis hin zu Freiheitsberaubung.

Als Gründe für den Trend nennen die Kliniken einen generellen Rückgang des Respekts gegenüber medizinischem Personal. Aggressionen entladen sich häufig, wenn Patienten alkoholisiert sind, unter Schmerzen leiden oder über lange Wartezeiten frustriert sind. Viele Einrichtungen, darunter das Klinikum Dortmund, haben bereits Maßnahmen wie Deeskalationstrainings und Sicherheitsaufrüstungen ergriffen. Umfragen zeigen, dass ähnliche Schritte auch in Universitätskliniken und großen Klinikverbünden der Region üblich sind.

Das Bodycam-Pilotprojekt in Dortmund soll Übergriffe abschrecken und im Ernstfall als Beweismittel für Strafverfahren dienen. Allerdings wirft der Einsatz von Kameras in sensiblen Bereichen Fragen zum Patientendatenschutz und zur Privatsphäre auf. Trotz der neuen Technologie betonen Verantwortliche, dass Bodycams nur ein Baustein einer umfassenderen Sicherheitsstrategie sein werden – flankiert von geschultem Personal und kontinuierlichen Schulungsprogrammen für Mitarbeiter.

Die geplante Einführung der Bodycams im Dortmunder Klinikum ab 2026 spiegelt die wachsenden Bemühungen wider, der Gewalt gegen Beschäftigte im NRW-Gesundheitswesen entgegenzuwirken. Zwar könnten die Geräte abschreckend wirken und Ermittlungen unterstützen – ihr Einsatz muss jedoch mit strengen Datenschutzvorgaben in Einklang gebracht werden. Angesichts der anhaltenden Bedrohung für das Personal bleiben die Kliniken auf der Suche nach weiteren Lösungen.