Köln schlägt gegen Uber und Bolt zu: Illegale Fahrten und Steuerbetrug aufgedeckt
Moritz NeumannKöln schlägt gegen Uber und Bolt zu: Illegale Fahrten und Steuerbetrug aufgedeckt
Köln geht hart gegen Uber und Bolt vor – illegale Geschäfte aufgedeckt
Nach der Aufdeckung weitverbreiteter illegaler Aktivitäten hat Köln die Fahrvermittlungsdienste Uber und Bolt mit strengen Maßnahmen konsequent bekämpft. Im vergangenen Jahr führten die Behörden groß angelegte Kontrollen durch, die zu Bußgeldern, Klagen und Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung und Sozialbetrugs führten. Zollbehörden und Gerichte gingen mit harter Hand gegen Fahrer und Verleihfirmen vor, die gegen geltendes Recht verstoßen hatten.
Im Jahr 2025 leitete Köln erstmals umfassende Überprüfungen bei Autovermietungen ein, die mit Uber und Bolt zusammenarbeiten. Die Prüfer kontrollierten 730 Fahrzeuge und leiteten in 366 Fällen – fast der Hälfte aller Inspektionen – Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Insgesamt wurden 140 illegale Fahrzeuge sofort vom Verkehr gezogen.
Häufig wurden Fahrer dabei ertappt, wie sie gegen Vorschriften verstießen – etwa die Pflicht, nach jeder Fahrt zur Betriebsstätte des Unternehmens zurückzukehren, eine in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene Regelung. Viele warteten zudem unerlaubt an neuralgischen Punkten wie dem Flughafen Köln/Bonn, dem Hauptbahnhof, im Stadtzentrum oder in der Nähe großer Veranstaltungen auf Kunden. Der lokale Taxiverband Taxiruf Köln ging noch einen Schritt weiter und reichte über 100 Klagen gegen einzelne Uber- und Bolt-Fahrer ein. Gerichte verhängten bereits hohe Strafen gegen Fahrer und Verleihfirmen, die ohne die erforderlichen Genehmigungen operierten.
Unterdessen verdächtigen die Zollbehörden zahlreiche Fahrer der Schwarzarbeit und des Sozialbetrugs – einige sollen angeblich Arbeitslosengeld bezogen haben, während sie gleichzeitig fuhren. Uber betonte in einer Stellungnahme, dass alle Partnerunternehmen auf der Plattform die Gesetze einhalten müssten. Doch die Ermittlungen richten sich mittlerweile auch gegen Firmen wie GoMore und Wheely, die über Uber und Bolt agieren. Ihnen wird vorgeworfen, Steuern zu hinterziehen und Pflichtabgaben für Rente, Krankenversicherung sowie Arbeitslosenversicherung vorzuenthalten.
Die verschärften Kontrollen führten zu Bußgeldern, Fahrzeugbeschlagnahmungen und laufenden Gerichtsverfahren. Die Behörden ermitteln weiter wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Leistungsbetrug bei Fahrern und Verleihfirmen. Die Folgen könnten die Arbeitsweise von Fahrvermittlungsdiensten in Köln nachhaltig verändern.