Kartoffelkrise in Deutschland: Bauern kämpfen mit Rekordernte und Preisdruck
Felix SchneiderTop Potato Harvest - But Consumers See Little Benefit - Kartoffelkrise in Deutschland: Bauern kämpfen mit Rekordernte und Preisdruck
Kartoffelpreise in Deutschland in der Krise: Bauern erhalten nur einen Bruchteil dessen, was Verbraucher zahlen
Trotz einer Rekordernte bleiben die Erzeugerpreise für Kartoffeln in Deutschland auf niedrigem Niveau – Grund ist ein massives Überangebot. Die diesjährige Ernte ist deutlich größer ausgefallen und hat die ohnehin schon hohen Bestände weiter anwachsen lassen.
Die deutsche Kartoffelernte 2023 stieg um etwa 7 %, wobei die Anbaufläche nach zwei Jahrzehnten des Rückgangs wieder zunahm. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar erreichte 43,8 Tonnen. Doch diese Fülle hat die Preise für die Landwirte gedrückt. Bauern in Norddeutschland erhalten derzeit etwas über 10 Euro für 100 Kilogramm Kartoffeln – ein Bruchteil der mehr als 1,50 Euro pro Kilogramm, die Verbraucher im Handel bezahlen.
Da Liefermengen oft bereits im Vorjahr vertraglich festgelegt werden, gestaltet sich die Anpassung an das aktuelle Überangebot schwierig. Nicht verkaufte Kartoffeln landen häufig in Biogasanlagen, werden zu Tierfutter verarbeitet oder – in seltenen Fällen – sogar auf dem Feld belassen. Letzteres ist jedoch unüblich, da ungeerntete Kartoffeln das Risiko der Krankheitsausbreitung bergen.
Auf dem Weltmarkt sehen sich deutsche Kartoffelexporteure zudem mit starker Konkurrenz durch neue Akteure wie China und Indien konfrontiert, insbesondere im Segment der Tiefkühlpommes. Dieser erhöhte Wettbewerbsdruck in Kombination mit dem aktuellen Überangebot setzt die hiesigen Kartoffelbauern zusätzlich unter Druck.
Die Rekordernte 2023 hat in Deutschland zu einem Überangebot und sinkenden Erzeugerpreisen geführt. Viele Landwirte kämpfen mit Absatzproblemen, sodass ein Teil der Ernte alternativ verwertet wird. Die globale Marktkonkurrenz verschärft die Herausforderungen für die deutschen Kartoffelproduzenten weiter.