Jugendkriminalit√§t in NRW steigt und wird mit COVID und Social Media in Verbindung gebracht
Admin UserJugendkriminalit√§t in NRW steigt und wird mit COVID und Social Media in Verbindung gebracht
Besorgniserregende Trends bei Jugendkriminalität in Gelsenkirchen, Marl und Herten Eine Studie der Universität zu Köln und des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen zeigt alarmierende Entwicklungen: In den Städten Gelsenkirchen, Marl und Herten hat die Jugendkriminalität deutlich zugenommen – ein Trend, der mit den Folgen der COVID-19-Pandemie und dem Einfluss sozialer Medien in Verbindung gebracht wird. Immer häufiger geraten auch Kinder als Tatverdächtige in den Fokus, während Gewalt, Hass und Respektlosigkeit zunehmen. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf diese drei Städte. In ganz Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Straftaten durch Jugendliche dramatisch an. Besonders besorgniserregend: Angriffe auf Lehrkräfte, Polizisten und Rettungskräfte häufen sich. Auffällig ist zudem, dass Mädchen aggressiver auftreten als früher. Bei den unter 14-Jährigen stieg die Zahl der Delikte seit 2013 um fast 150 Prozent – ein stärkerer Anstieg als bei den Jungen. Die Studie zeigt auch, dass Kinder mit Migrationshintergrund in den Statistiken überrepräsentiert sind. Bei ausländischen Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 13 Jahren haben die Straftaten seit 2013 deutlich zugenommen. Der Innenminister warnt vor einem "System der Straflosigkeit" und vermutet, dass zu milde Konsequenzen den Trend begünstigen. Viele Schulen haben zunehmend Schwierigkeiten, Regeln durchzusetzen, da Schüler den Eindruck gewinnen, dass Verstöße oft ohne Folgen bleiben. Als Hauptgründe für die Entwicklung nennt die Studienleiterin die Folgen der Pandemie, die zu mehr häuslicher Gewalt geführt habe, sowie den allgegenwärtigen Einfluss sozialer Medien. Angesichts der weiter steigenden Jugendkriminalität wird nun eine gesellschaftliche Debatte über eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters gefordert, um das Problem wirksam anzugehen.