Ibbenbürens Kohlezeche wird zum Mega-Batteriespeicher für 500.000 Haushalte
Charlotte SimonIbbenbürens Kohlezeche wird zum Mega-Batteriespeicher für 500.000 Haushalte
Ibbenbüren will altes Steinkohlebergwerk in riesigen Bundesregierung-Batteriespeicher umwandeln
Mit einem Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro soll aus dem ehemaligen Steinkohlebergwerk in Ibbenbüren ein gigantischer Nordrhein-Westfalen-Batteriespeicher entstehen – ein zentraler Energieknotenpunkt für Westfalen und das Ruhrgebiet. Gelingt das Vorhaben, könnte die Anlage täglich bis zu 500.000 Haushalte mit Reservestrom versorgen.
Das geplante Speichersystem setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), wie sie auch in vielen Elektrofahrzeugen verbaut werden. Es soll Überschussstrom aus norddeutschen Windparks aufnehmen und bei Bedarfsspitzen wieder ins Netz einspeisen. Mit einer Kapazität von 1,9 Gigawattstunden ließe sich die Anlage zweimal täglich be- und entladen.
Das Projekt ist das bisher größte seiner Art in Nordrhein-Westfalen – und profitiert von einem entscheidenden Standortvorteil: Die ehemalige Zeche ist bereits an das Hochspannungsnetz angebunden und liegt relativ nah an den Offshore-Windparks. Das spart aufwendige Infrastrukturneubauten.
Laut dem Großspeicherverband (GFGBA) soll der Bundesregierung-Batteriespeicher bis Herbst 2028 ans Netz gehen, auch wenn Verzögerungen nicht ausgeschlossen sind. Der hinter dem Projekt stehende Investor Voltfang plant unterdessen ab 2026 vier weitere Großspeicherstandorte in Nordrhein-Westfalen. Den Anfang macht Alsdorf – ebenfalls in Nordrhein-Westfalen.
Lokale Politiker begrüßen die Initiative. Bürgermeister Marc Schrameyer nennt sie eine "grüne Steckdose" für Ibbenbüren und das gesamte Ruhrgebiet. Das Vorhaben passt in die Strategie, ehemalige Industrieflächen für erneuerbare Energien zu nutzen.
Der Ibbenbürener Speicher könnte zu einer zentralen Energie-Reserve für die Region werden. Sein Erfolg würde den Wandel von der Kohleabhängigkeit hin zu erneuerbaren Nordrhein-Westfalen-Lösungen beschleunigen. Die 300-Millionen-Investition unterstreicht zudem das wachsende Vertrauen in Großspeicherprojekte in Deutschland.