20 February 2026, 20:01

Hohe Gehälter bei Medieninstitutionen: Wer profitiert von Steuergeldern in NRW?

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand mit einer Tafel zu Reportern, während eine Frau mit einer Kamera rechts steht.

Hohe Gehälter bei Medieninstitutionen: Wer profitiert von Steuergeldern in NRW?

Eine Überprüfung der Gehälter und Fördermittel bei zwei großen Medienorganisationen in Nordrhein-Westfalen hat erhebliche öffentliche Investitionen offenbart. Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung, verdiente in seinem ersten Jahr 255.000 Euro, während die ehemalige Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, 2023 rund 147.000 Euro erhielt. Beide Einrichtungen finanzieren ihren Betrieb maßgeblich über Steuergelder und Rundfunkbeiträge.

Die in Düsseldorf ansässige Film- und Medienstiftung wurde vor 35 Jahren gegründet und verfügt heute über ein jährliches Budget von etwa 35 Millionen Euro. Nakschbandis Gehalt wird teilweise aus öffentlichen Mitteln bestritten, darunter Steuerzahlerbeiträge und Gebühren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Am Grimme-Institut, an dem das Land Nordrhein-Westfalen mit zehn Prozent beteiligt ist, fielen Gerlachs Bezüge zwar niedriger aus, blieben aber dennoch beträchtlich. Die genaue Höhe des Gesamtbudgets des Instituts in den letzten Jahren bleibt unklar, da keine detaillierten Finanzdaten öffentlich einsehbar sind.

Die Stiftung geriet zudem wegen ihrer Förderentscheidungen in die Kritik. Sie unterstützte finanziell den Dokumentarfilm "Und jetzt? Wohin?" über den Politiker Robert Habeck. Christina Bentlage, Leiterin der Förderabteilung der Stiftung, verantwortete die Mittelvergabe – obwohl sie in einer persönlichen Beziehung zum Produzenten des Films steht.

Öffentliche Gelder spielen eine zentrale Rolle bei den Gehältern und Projekten beider Organisationen. Das 35-Millionen-Budget der Film- und Medienstiftung und Nakschbandis 255.000-Euro-Gehalt verdeutlichen das Ausmaß der Investitionen. Gleichzeitig wirft die teilweise staatliche Beteiligung am Grimme-Institut sowie das Fehlen transparenter Haushaltsdaten Fragen zur finanziellen Struktur der Einrichtung auf.