Henkel drohen Preiserhöhungen wegen steigender Kosten und schwacher Nachfrage
Charlotte SimonHenkel drohen Preiserhöhungen wegen steigender Kosten und schwacher Nachfrage
Henkel, Hersteller bekannter Marken wie Persil und Schwarzkopf, steht unter wachsendem finanziellen Druck. Der Konzernchef warnte, dass Preiserhöhungen notwendig werden könnten, da die Kosten weiter steigen. Trotz treuer Kundschaft zwingen die steigenden Ausgaben das Unternehmen, seine Preispolitik zu überdenken.
In den vergangenen sechs Monaten – von September 2025 bis März 2026 – verzeichnete Henkel eine ungleichmäßige Nachfrage in seinen wichtigsten Märkten. Während der Absatz von Premium-Wasch- und Haarpflegeprodukten in Europa und Nordamerika um 4 bis 6 Prozent stieg, stagnierte der Markt in China aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung. In Lateinamerika ging der Umsatz sogar um 2 Prozent zurück, bedingt durch die Inflation. Diese Zahlen gehen aus dem Quartalsbericht für das vierte Quartal 2025 hervor, der am 20. Februar 2026 veröffentlicht wurde.
Das Unternehmen, das weltweit rund 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, spürt die Folgen der steigenden Kosten. Zulieferer und Logistikfirmen geben höhere Ausgaben weiter, was die Margen von Henkel belastet. Zwar ist der Konzern nicht direkt von der aktuellen Krise betroffen, doch die stark gestiegenen Ölpreise treiben die Kosten für Materialien, Lieferketten und Logistik in die Höhe.
Um gegenzusteuern, hebt Henkel die Vorzüge seiner Produkte hervor, um Preisanpassungen zu rechtfertigen. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass ein Zuwarten die Situation verschärfen könnte. Trotz der Herausforderungen zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, dass die finanzielle Belastung nicht das ganze Jahr anhalten wird.
Henkel erzielte 2021 einen Umsatz von etwa 20,5 Milliarden Euro, doch die Aufrechterhaltung der Profitabilität gestaltet sich zunehmend schwierig. Mit weniger als 20 Prozent der Belegschaft in Deutschland ist das Unternehmen global aufgestellt – und damit anfällig für regionale Wirtschaftsschwankungen.
Aktuell konzentriert sich Henkel darauf, den Spagat zwischen Kostendruck und Kundenbindung zu meistern. Das Ziel ist es, die Marktposition zu halten und dort, wo nötig, Preise anzupassen. Wie lange die finanziellen Herausforderungen anhalten, hängt von der allgemeinen Wirtschaftslage und der Entwicklung der Ölpreise ab.






