Grundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und wachsenden Klassen
Charlotte SimonGrundschulen in Bergisch Gladbach kämpfen mit unvorbereiteten Erstklässlern und wachsenden Klassen
Grundschulen in Bergisch Gladbach stehen vor wachsenden Herausforderungen, da immer mehr Kinder ohne grundlegende Vorschulkenntnisse in die Schule kommen. Unbehandelte Sprachstörungen, motorische Entwicklungsverzögerungen und sozial-emotionale Schwierigkeiten führen zu größeren Klassen und höheren Wiederholerquoten. Schulleitungen warnen, dass frühkindliche Bildungslücken den Lehrkräften und dem Schulsystem zunehmend zusetzen.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kinder, die in der Schuleingangsphase zurückbleiben müssen, deutlich gestiegen. Viele Erstklässler verfügen nicht über grundlegende Fähigkeiten – wie Sprachkompetenz, Konzentration oder motorische Koordination –, die früher im Kindergarten vermittelt wurden. Manche haben überhaupt keine Vorschuleinrichtung besucht, oft wegen Personalmangels oder eingeschränkter Notbetreuung.
Schulleiter berichten, dass etwa 25 Prozent der Schulanfänger behandlungsbedürftige Sprachauffälligkeiten aufweisen. Lehrkräfte müssen diese Defizite nun parallel zum regulären Unterricht ausgleichen. Als Gegenmaßnahme wurde die Vorschulförderung in die frühen Grundschulcurricula integriert. Dennoch verbringen immer mehr Kinder drei statt der üblichen zwei Jahre in der Eingangsphase.
Größere und heterogenere Klassen sind mittlerweile Normalfall – in manchen sitzen bis zu 29 Schüler, darunter viele mit Lernschwierigkeiten oder besonderem Förderbedarf. Schulleitungen planen die Klassengrößen mittlerweile danach, wie viele Zweitklässler voraussichtlich nicht versetzt werden. Ihre Forderungen nach einer verpflichtenden Kindergartenbesuchspflicht und besserer Unterstützung für benachteiligte Kinder werden lauter.
Die Entwicklung zwingt die Schulen, sich auf Kinder mit größeren Wissens- und Fähigkeitslücken als früher einzustellen. Die Wiederholerquoten steigen weiter, und die Zusammensetzung der Klassen wird komplexer. Ohne Reformen in der frühen Kindheitsförderung wird der Druck auf die Lehrkräfte in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen.






