19 April 2026, 22:02

Girl Scout debütiert mit Brink: Ein Sound zwischen 80er-Gitarren und emotionaler Ungebundenheit

Eine Gruppe junger Mädchen in roten und weißen Uniformen, die musikalische Instrumente halten und durch eine Straße marschieren, mit einer Wand, Pflanzen, Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund.

Girl Scout debütiert mit Brink: Ein Sound zwischen 80er-Gitarren und emotionaler Ungebundenheit

Stockholmer Trio Girl Scout veröffentlicht Debütalbum Brink – eine Mischung aus 80er- und 90er-Gitarrenklängen und einem frischen, genreübergreifenden Sound

Das Stockholmer Trio Girl Scout hat mit Brink sein Debütalbum veröffentlicht – eine Platte, die Einflüsse aus den Gitarrenrocks der 80er- und 90er-Jahre mit einem unverbrauchten, genre-sprengenden Klang verbindet. Als "Bubblegrunge" beschrieben, erkundet die 13 Tracks umfassende Sammlung die Unsicherheiten des frühen Erwachsenenlebens mit roher Energie und emotionaler Tiefe. Die Stimme von Frontfrau Emma Jansson wechselt mühelos zwischen tiefem Tenor, durchdringenden Hochtönen und zartem Falsett – ein Markenzeichen, das dem Album seinen unverwechselbaren Charakter verleiht.

Jansson, Gitarrist Kevin Hamring und Bassist Per Lindberg lernten sich während ihres Jazzstudiums in Stockholm kennen. Doch ihre gemeinsame Leidenschaft für gitarrenlastige Platten der 80er- und 90er-Jahre führte sie schließlich zur Gründung von Girl Scout. Sowohl Jansson als auch Hamring verbrachten ihre prägenden Jahre als Expatriates – eine Erfahrung, die sich in den Themen von Brink widerspiegelt: Entwurzelung und die typische Unruhe des "Quarter-Life"-Alters.

Der Titel des Albums bringt seinen Kern auf den Punkt: das Gefühl, zwischen Bangen und Vorfreude zu schwanken, die Instabilität, auf den Schwellen des Lebens zu stehen. Songs wie Same Kids verbinden die süchtig machenden Hooks des 2010er-Tween-Pop mit schweren Gitarren und verzerrtem Bass – ein Klang, der zugleich nostalgisch und neu wirkt. Operator hingegen, eine verspielte Hommage an Telefonvermittlerinnen, zeigt die skurrile Seite der Band, wobei Jansson den Track selbst als "So ein blöder Song!" abtut.

An anderer Stelle nimmt Ugly Things alltägliche Frustrationen und deutet sie aus der Perspektive einer Person um, die das Banale erträglich macht. Der Aufbau des Albums unterstreicht seine Themen: Es beginnt und endet mit demselben Klavierdröhnen und sphärischen Klängen, als würde es zu sich selbst zurückkehren. Diese Zirkularität spiegelt das emotionale Schweben wider, das im Zentrum von Brink steht – ein Album, das sich weigert, sich festzulegen, genau wie die Leben, die es beschreibt.

Brink markiert einen selbstbewussten Einstand für Girl Scout – eine Band, die weite klangliche Räume durchmisst, ohne den Fokus zu verlieren. Die Mischung aus rauen Gitarren, bekennenden Texten und unerwarteter Zärtlichkeit hebt das Album aus der aktuellen Indie-Landschaft hervor. Mit seiner schonungslosen Ehrlichkeit und genreverschmelzenden Herangehensweise hinterlässt Brink einen bleibenden Eindruck – einer, der noch lange nach dem Verklingen des letzten Tons nachwirkt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle